Nachwuchs bei den Sumpfspringaffen im Zoo Basel

Foto: Zoo Basel

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Wie bei Sumpfspringaffen üblich, wird der pelzige Winzling von beiden Eltern und den älteren Geschwistern auf dem Rücken herumgetragen und von allen sorgfältig gepflegt. Die in Zoos eher seltenen Äffchen sind Teil eines Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Der Zoo Basel unterstützt ein Projekt zur Erhaltung und Erforschung von Sumpfspringaffen in der Natur in Peru.

Der kleine Sumpfspringaffe im Zoo Basel wurde am 13. November geboren. Mutter ist Chica (13) und Vater Gunther (10). In der Gruppe leben ausserdem das Weibchen Iqitos (4) und die beiden Männchen Junin (3) und Kiabi (2) – alles Kinder von Chica und Gunther. Dass die älteren Jungen lange in der Familie bleiben, ist bei Sumpfspringaffen üblich. Erst wenn die Gruppe zu gross wird, wandern sie ab. Bis dahin helfen sie mit, die jüngeren Geschwister zu tragen und zu pflegen.
Das im November 2015 geborene Junge ist fit und aktiv. Die erste Zeit hielt es sich nur bei seiner Mutter auf, doch bereits nach vier Tagen wechselten sich Vater und Mutter beim Tragen ab. Zurzeit helfen alle Familienmitglieder bei der Betreuung mit. Ob es ein Knabe oder ein Mädchen ist, weiss noch niemand. Sobald sein Geschlecht bekannt ist, wird der kleine Kobold einen Namen erhalten.

Erst kürzlich neue Art entdeckt
Die Springaffen (Callicebus) sind die grösste Affengattung in Südamerika. Die 34 bekannten Arten unterscheiden sich durch ihre Fellfarben. Im Zoo Basel werden Rote Springaffen gehalten. Alle Springaffen sind Waldbewohner und ernähren sich vor allem von Früchten. Die nicht ganz katzengrossen Affen leben in kleinen Familienverbänden und verteidigen ihr Territorium mit lautem Gesang. Eine grosse Überraschung gab es dieses Jahr, als mit dem Braunen Urubamba-Springaffen eine neue Springaffenart beschrieben wurde. Ein Forscherteam hatte anlässlich einer Expedition eine in Vergessenheit geratene Art wiederentdeckt, die sich deutlich von ihren Verwandten unterscheidet. Das Team um Jan Vermeer beobachtete mehrere Affen-Familien. Endgültigen Beweis lieferte ein zufälliges Treffen mit einem Jäger, von dem sie einen Schädel und ein Fell erwarben. Vermeer war bereits 2008 im American Natural History Museum in NYC ein Affe aufgefallen, dessen Aussehen nicht mit dem der angeschriebenen Art übereinstimmte. Auch auf Fotos auf dem Internet aus dem südlichen Peru entdeckte er, dass die Tiere auf den geposteten Bildern der Region zum Teil sehr anders aussahen als die braunen Springaffen, welche dort angeblich vorkommen sollen.

Forschung für besseren Schutz
Die Entdeckung einer neuen Affenart lässt vermuten, dass vor allem in den tropischen Regenwäldern weitere grössere Säugetierarten leben, über die man nichts oder nur wenig weiss. Um Tiere in ihrem Lebensraum zu schützen, muss man sie aber erst kennen. Der Zoo Basel engagiert sich aus diesem Grund seit 2012 für das Projekt „Proyecto Mono Tocon“ zur Erhaltung und Erforschung von Springaffen in Peru. Es hat zum Ziel, für wertvolle Gebiete einen offiziellen Schutzstatus zu erlangen. Die Artenvielfalt und die Dichte an Affenarten in den Gebieten werden erfasst und die Bewohner für den Schutz der Tiere sensibilisiert. Zudem ist „Proyecto Mono Tocon“ sehr aktiv in der Umweltbildung, entwickelt didaktische Materialien für Schulen und arbeitet mit weiteren Umweltbildungsorganisationen zusammen.
Sumpfspringaffen leben im westlichen Amazonasbecken in den bodennahen Etagen des Regenwaldes von Brasilien und Peru. Sie können nur in rund zwanzig europäischen Zoos bewundert werden. Die Entwicklung in den letzten Jahren stimmt positiv, und mittlerweile leben insgesamt knapp 80 Tiere in diesen Zoos.

Quelle: PM Zoo Basel