Nachwuchs bei den Weißbüscheläffchen im Zoo der Minis Aue

Zoonews NewsDie Zwillingsgeburt bei den Weißbüschelaffen ist nicht nur die Fortsetzung des langjährigen Zuchterfolgs bei diesen Krallenaffen im Zoo der Minis Aue, sondern auch nach fünf Jahren das Happyend der Partnersuche für Männchen Janeiro.

15 Jahre lang konnte man in Aue immer wieder Nachwuchs bei den südamerikanischen Weißbüscheläffchen melden, ehe der Tod von Weibchen Chicita 2008 für einen Bruch sorgte. Die Partnerin von Janeiro hatte eine Schwergeburt von Drillingen nicht überstanden und die Struktur der Gruppe wurde ohne das Alpha-Weibchen instabil. Letztendlich musste man die Familie zerschlagen und alle Affen bis auf Janeiro abgegeben. Man wollte um das zuchterfahrene Männchen mit einer neuen Partnerin eine neue Familie aufbauen. Doch das Vorhaben erwies sich schwerer als gedacht, weil Janeiro sich als äußerst anspruchsvoll in der Auswahl seiner Zukünftigen ofenbarte. Drei Damen zeigte der verwitwete Krallenaffe die kalte Schulter und man war im Zoo der Minis gezwungen die Weibchen wieder abzugeben oder zu tauschen. Aber mit Batida landete man endlich den ersehnten Treffer. Entweder lag es daran, dass Janeiro seine Trauerphase überwunden hatte oder an den Reizen die das neue Weibchen zu bieten hatte, in jedem Fall waren die beiden von Anfang an ein Herz und eine Seele. Als Beweis für das neue Liebespärchen kamen nun Zwillinge zur Welt.
Die Jungen klammern sich am Rücken ihres Vaters fest und so war es den Tierpflegern noch nicht möglich das Geschlecht der jüngsten Bewohner des Zoos der Minis zu bestimmen, aber die beiden scheinen gesund und munter zu sein. Man hofft nun, dass der Beginn einer neuen großen Weißbüschelaffenfamilie getan ist und sich der achtjährige Janeiro und die dreijährige Batida als neue Patriarchen einer hoffentlich nun wieder stetig wachsenden Affengruppe erweisen.
Weißbüschelaffen sind zwar nicht die Kleinsten ihrer Art, gehören jedoch mit einer Körperlänge von bis zu 25 cm (ohne Schwanz) und durchschnittlich 350 Gramm Gewicht zu den „Minis“ unter den Primaten. Diese Krallenaffen sind echte Brasilianer und sehr anpassungsfähig, so haben sie sich mittlerweile auch in den Parks der Dörfer und Städte angesiedelt und führen auch dort ein passables Leben. Eine Weißbüschelaffenfamilie kann bis zu 15 Mitglieder stark werden und wird von dem Alpha-Pärchen dominiert. Wie die meisten Krallenaffen bohren sie mit ihren spitzen Zähnen kleine Löcher in die Rinde von Bäumen, wodurch sie an die Säfte im Innern kommen, die zu ihrer Hauptnahrung zählen. Leider ist der Weißbüschelaffe ein beliebter Haus- und Laboraffe, wegen seiner hohen Anpassungsfähigkeit gilt er aber als nicht gefährdet.

M.Schmid/zoogast.de