Nachwuchs bei den Weißscheitelmangaben im Zoo Landau

Jungtier Weißscheitelmangabe – Foto: Zoo Landau

Besonderer Nachzuchterfolg im Zoo Landau in der Pfalz – bereits zweite Geburt im Jahr 2013 bei den bedrohten Weißscheitelmangaben

Fast schon als ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für das Team im Zoo Landau kann man die Geburt einer kleinen Weißscheitelmangabe am 23. November bezeichnen. Selbstverständlich freut man sich im Zoo über jedes gesunde Jungtier, doch der erneute Nachzuchterfolg bei dieser hoch bedrohten Affenart, die darüber hinaus in Deutschland nur noch im Zoo Osnabrück zu sehen ist, ist schon etwas ganz Besonderes. Das im April 2008 im Zoo London geborene Weibchen CONCHITA, das seit Oktober 2011 im Zoo Landau lebt, brachte sein erstes Baby ohne Komplikationen zur Welt. Die Geburt war mit besonderer Spannung erwartet worden, da Conchita eine so genannte „Handaufzucht“ ist, also als Baby selbst nicht von ihrer Mutter angenommen und daher von ihrer menschlichen Pflegemutter mit der Flasche aufgezogen worden war. Doch augenscheinlich hat sich Conchita in ihrer Geburtsgruppe und auch hier in Landau abschauen können, wie sich eine gute Affenmutter zu verhalten hat. Gelegenheit hierzu hatte sie seit Februar diesen Jahres, denn auf den Tag genau neun Monate zuvor hatte das Weibchen Piriña ihr erstes Baby im Zoo Landau geboren und sich vorbildlich darum gekümmert. Vater CHARLES, die anderen Weibchen und vor allem auch das Halbschwesterchen IVY sind sehr interessiert an dem neuen Familienmitglied. In der sich nun vergrößernden Gruppe herrscht eine ganz besondere Harmonie, was auch für die Zoobesucher gut zu beobachten ist. Weißscheitelmangaben gehören zu den bedrohtesten Affenarten der Welt, vor allem auch, weil sie nur noch in einem sehr begrenzten Waldgebiet an der Grenze zwischen Ghana und der Elfenbeinküste zu finden sind. In der Wildbahn gibt es nach derzeitigen Erkenntnissen nur noch wenige hundert Tiere. Als Hauptursachen der Gefährdung gilt die Zerstörung des Lebensraumes durch Abholzung und Rodung der Tropenwälder. Lokal wird die Art auch vom Menschen wegen des Fleisches gejagt, welches dann als „bushmeat“ (Buschfleisch) in den Kochtöpfen landet. Neben der erfolgreichen Nachzucht zum Erhalt dieser Art in Menschenobhut im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) unterstützt der Zoo Landau die Projekte der West African Primate Conservation Action (WAPCA) zum besseren Schutz und Erhalt der Lebensräume der Weißscheitelmangaben oder auch der noch rareren Roloway-Meerkatzen in ihrem natürlichen Lebensraum.

Quelle: PM Zoo Landau