Nachwuchs bei den Zwergflußpferden im Zoo Zürich

Zwergflußpferd-Nachwuchs Onong - Foto: Zoo Zürich

Zwergflußpferd-Nachwuchs Onong – Foto: Zoo Zürich

«Pfützenhocker» Onong

Das Zwergflusspferd-Weibchen Anais brachte am Nachmittag im Zoo Zürich des 16. Mai 2014, um 15 Uhr, ihr insgesamt fünftes Jungtier (das zweite in Zürich) zur Welt. Das Junge, oder besser: der Junge, war schnell auf seinen Beinen und ging noch etwas wackelig in der Box umher, während seine Mutter noch mit dem Austreiben der Nachgeburt beschäftigt war. Onong wird das männliche Jungtier gerufen. Und schien anfänglich seine Haut noch etwas weit «geschneidert», präsentiert er sich inzwischen nun «gut genährt».

Onong kam nach einer Tragzeit von 201 Tagen mit einem Geburtsgewicht von etwa 5 bis 6 Kilogramm zur Welt. Mutter Anais ist 26-jährig, ihre Eltern kamen aus Liberia. Vater Boseda ist mit 7 Jahren deutlich jünger. Da Zwergflusspferde Einzelgänger sind, werden Anais und Boseda nur während der Paarungszeit zusammengehalten.

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Zwergflusspferde führen ein heimliches Leben in der dichten Vegetation im Übergangsbereich von Regenwald zu Sumpfgebieten. Hier steht ihnen ein reiches Futterangebot an Blättern, Gräsern, Farnen und Sumpfpflanzen zur Verfügung. Mit einem Körpergewicht von 180 bis 260 Kilogramm und einer Schulterhöhe von rund 80 Zentimetern ist das Zwergflusspferd deutlich kleiner als der große Vetter Flusspferd. Zwergflusspferde sind Einzelgänger. Weibchen bewohnen sich überlappende Streifgebiete, während Männchen Territorien verteidigen, die sich über mehrere Weibchen-Streifgebiete erstrecken. Die Tiere setzen mit ihrem Kot Markierungen, indem sie diesen mit propellerartigen Bewegungen des Schwanzes fein verteilen. Von großer Bedeutung für die Orientierung sind der Geruch- und der Gehörsinn. Das Verbreitungsgebiet der Zwergflusspferde umfasst insbesondere Liberia sowie die Länder Sierra Leone, Guinea und die Elfenbeinküste.

Schon bei der Eröffnung des Zoo Zürich 1929 befand sich ein junges Zwergflusspferd im Tierbestand. Es überlebte aber nur kurze Zeit. 1961 erhielt der Zoo als Geschenk vom damaligen Präsidenten von Liberia ein erstes, leider früh verstorbenes Paar. Ein zweites Paar traf 1967 aus Liberia ein. Dieses lebte dann 40 Jahre im Zoo Zürich. Anais und Boseda sind seit 2008 in Zürich. Onong ist das 21. hier geborene Jungtier. Ein Phänomen bei den Zwergflusspferden ist der Umstand, dass deutlich mehr weibliche Jungtiere geboren werden als männliche. Das Verhältnis beträgt rund 60 zu 40 Prozent. Anais ist – nicht ganz im Trend – Mutter von einer Tochter und von vier Söhnen.

Im Internationalen Zuchtbuch für Zwergflusspferde waren am 1. Januar 2014 353 Tiere in 133 Institutionen erfasst. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Zoo Basel koordiniert wird, umfasste 126 Tiere in 56 Institutionen, davon 49 männliche und 73 weibliche. Die in Menschenobhut betreute Anzahl der Zwergflusspferde dürfte deutlich mehr als 10 Prozent des Weltbestands ausmachen, wird doch die frühere Bestandesschätzung von 2000 bis 3000 Tieren im Freiland heute als zu hoch angesehen. Zwergflusspferde werden von der internationalen Naturschutzunion IUCN als «im Bestand gefährdet» eingestuft. Ihre Gefährdung geht aus von der großflächigen Abholzung der Wälder und der Jagd.

Quelle: PM Zoo Zürich