Nächster Schritt bei Tigerzusammenführung im Zoo Osnabrück – Argo und Diana treffen aufeinander

Tiger Diana und Argo - Foto: Zoo Osnabrück

Tiger Diana und Argo – Foto: Zoo Osnabrück

Tiger Argo und Diana treffen aufeinander
Nächster Schritt bei Tigerzusammenführung im Zoo Osnabrück

Früher als ursprünglich geplant trafen am Mittwochabend Sumatra-Tiger Diana und Argo im Zoo Osnabrück erstmals direkt aufeinander. Die beiden Raubkatzen waren Ende März aus verschiedenen Zoos in den neuen Tigertempelgarten eingezogen und konnten die ungewohnte Umgebung bislang getrennt erkunden.

Um 18:30 Uhr betrat zunächst Katze Diana die Tigeraußenanlage, kurz danach ging der Schieber bei Kater Argo hoch. „Die beiden haben toll aufeinander reagiert. Sie sind aufeinander zu, haben sich sofort freundlich angeschnaubt und beschnuppert“, freut sich Tierpflegerin Sabine Springmeier, die die Tiger gemeinsam mit Kollege Daniel Chirico betreut. Nach der ersten Beschnupperungsphase forderte der einjährige Kater die Katze auch gleich zum Spielen auf. „Argo ist aufgrund seines Alters noch verspielter und pirschte sich immer wieder an Diana heran. Aber das ist ein freundliches Verhalten, die Krallen waren eingefahren und wenn Diana ihm signalisierte, dass sie genug hat, zog er sich auch zunächst wieder zurück“, beschreibt Springmeier das Verhalten der Raubkatzen. Nach anderthalb Stunden holten die Tierpfleger Katze und Kater wieder in ihre getrennten Innenställe hinein.

Bislang hielt der Zoo die Tiere getrennt, damit sie in Ruhe die neue Umgebung kennen lernen konnten. Anfang der Woche fiel die Entscheidung, die beiden Tiger zusammenzulassen. „Wir hatten beobachtet, dass die Tiger nicht nur zusammen am Gitter im Innenstall lagen, sondern Argo auch seine Pfote durchs Gitter steckte und Diana diese ableckte. Ein gutes Zeichen“, berichtet Springmeier. Für das erste direkte Aufeinandertreffen wählten die Zoomitarbeiter die Abendzeit: „Wir wollten dafür absolute Ruhe haben, damit die Tiere entspannt sind und sich durch nichts bedroht fühlen. Die Zusammenführung von Tieren ist eine Herausforderung. Auch wenn alle Zeichen sehr positiv waren, wollten wir keinerlei Risiko eingehen, dass sich die Tiere durch irgendetwas gestört fühlen“, so Zoodirektor Prof. Michael Böer. Von Vorteil sei, dass beide Tiere im Familienverband aufgewachsen seien und so die Spielsignale des anderen gut verstünden.

Diana und Argo werden sich in der nächsten Zeit immer wieder für einige Stunden direkt beschnuppern können, wie Böer erklärt: „Je nach dem, wie sie sich verhalten, werden wir den Zeitraum des Zusammenseins vergrößern oder, wenn notwendig, auch wieder zurückschrauben. Wir müssen jetzt stark auf die Signale und das Miteinander der Tiere achten, weswegen auch ein Auszubildender die Tiger im Außengehege die ganze Zeit beobachtet.“

Besucher können mit ein bisschen Glück beide Tiger auf der 1.280 Quadratmeter großen Außenanlage erleben. „Wenn Argo Diana herausfordert, kann das für uns Menschen schon mal bedrohlich aussehen, aber bis jetzt zeigen sie nur Spielverhalten. Wahrscheinlich hat Argo auch mit seinem Bruder in Frankreich so gerauft und nun testet er das an seiner neuen Gefährtin. Aber Diana weist ihn in seine Schranken. Sie ist mit ihren zweieinhalb Jahren schon fast erwachsen und will nicht mehr so viel spielen – das wird er schon lernen“, so Böer.

Tigerin Diana stammt aus dem Zoo Warschau; Tigerkater Argo aus dem Zoo Champrépus (Frankreich). Beide trafen Ende März im Zoo Osnabrück ein. Der Zoo Osnabrück hofft sich in wenigen Jahren mit Argo und Diana an der weltweit zwischen den Zoologischen Gärten koordinierten Erhaltungszucht des Sumatra-Tigers beteiligen zu können. Die Tigerart ist stark vom Aussterben bedroht, da ihr Lebensraum zerstört wird. Der neue Tigertempelgarten, der im Stil einer Tempelruine in der asiatischen Tierwelt „Angkor Wat“ im Zoo Osnabrück gebaut wurde, wurde Anfang April 2014 eröffnet.

Mehr Infos zum Tiger: TIERLEXIKON

Quelle: PM Zoo Osnabrück