Nashornbaby am Montagabend in der Wilhelma geboren

Foto: Wilhelma

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Nach einer sehr langen Tragzeit ging es am Schluss sehr schnell: Mehr als 16 Monate war Sani schwanger gegangen – innerhalb von nur etwas mehr als einer Viertelstunde hat die Nashornkuh am Montagabend, 27. Oktober, in der Wilhelma ein Kalb auf die Welt gebracht. „Es ist toll, dass wir nach sechs Jahren endlich wieder Nashorn-Nachwuchs haben“, sagt Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Das kleine Mädchen ist wohl auf und wir sind sehr froh, dass Sani ihr Junges gut angenommen hat.“ Weltweit gibt es nur noch rund 1500 Panzernashörner. Die zunehmende Wilderei droht, die Art komplett auszurotten. „Der Nachwuchs bei uns ist ein wirklich wichtiger Erfolg für den Erhalt der Panzernashörner“, betont Kölpin. „Die Zucht in Tierparks ist unverzichtbar, um dem Aussterben der Nashörner entgegenzuwirken.“ Die Wilhelma hat deshalb in der Vergangenheit immer wieder junge Nashörner an andere Zoos abgegeben. Zum Beispiel ist Nashornkuh Shikari, die 2006 in Stuttgart geboren wurde, derzeit an den Warschauer Zoo ausgeliehen. Zeitlicher Zufall: Shikari hat gerade erst am vergangenen Donnerstag selbst Nachwuchs bekommen. Damit ist Sani also innerhalb von wenigen Tagen sowohl Oma als auch Mutter geworden.
Für Sani, die 1993 als ein Geschenk des Königreichs Nepal zur Wilhelma kam, war es jetzt die sechste Geburt. Bei Panzernashörnern variiert die Tragzeit zwischen 460 und 490 Tagen. Doch diesmal ließ sich Sani Zeit. „Die Hormonwerte hatten alle gepasst“, berichtet Tierpflegerin Madeleine Häfner, „aber da Sani inzwischen schon auf 498 Tage kam, hatten wir langsam begonnen zu zweifeln.“ Häfner war gestern bei dem freudigen Ereignis vor Ort. „Als ich Sani und den Bullen Bruno gegen 17.30 Uhr vom Außengehege ins Haus gebracht habe, war sie auffällig unruhig und hat gegen die Gewohnheit nichts gefressen. Deshalb bin ich bei ihr geblieben.“ Die Pflegerin hat das Licht verlöscht und sich an den Monitor einer Überwachungskamera zurückgezogen. „Sani sollte die größtmögliche Ruhe haben, und im Dunkeln fühlt sie sich sicherer.“ Gegen 20.15 Uhr ist die Fruchtblase geplatzt, die Geburt verlief problemlos. Kurz nach 20.30 Uhr war bereits alles vorüber. „Sani hat das alleine geschafft. Sie ist eine gute Mutter und das hat sie jetzt wieder bestätigt“, sagt Häfner. „Das Kleine ist schon auf den Beinen, läuft herum und trinkt bei Sani. Sie kümmert sich gut um ihr Junges.“
Auch für viele Besucher, die dem Zoologisch-Botanischen Garten heute einen Herbstferien-Besuch abgestattet haben, war das neugeborene Nashornbaby eine freudige Überraschung.

Quelle: PM Wilhelma Stuttgart