Neu im Haus des Meeres: Dreifarbwarane

Dreifarbwaran - Foto: GüntherHulla/Haus des Meeres

Dreifarbwaran – Foto: GüntherHulla/Haus des Meeres

Neu im Haus des Meeres: Dreifarbwarane

Auch heute noch, in einer Zeit, in der im Allgemeinen angenommen wird, der Mensch hätte alle Geheimnisse unserer Welt gelüftet, hält die Natur noch unzählige Überraschungen für uns bereit. Und so werden weiterhin beinahe täglich neue Arten entdeckt. Zugegeben, die meisten sind winzig, oft mikroskopisch klein, wie Käfer und andere Insekten. Sehr selten stößt die Wissenschaft noch auf größere, ihr völlig unbekannte Lebewesen, die es meist durch ihre extrem versteckte Lebensweise in menschenleeren und unzugänglichen Teilen der Welt geschafft haben, sich so lange dem menschlichen Entdeckergeist zu entziehen. Die Dreifarbwarane im österreichischen Haus des Meeres, lateinisch Varanus yuwonoi, sind ein Beispiel dafür. Obwohl diese recht bunte Echse mit 1,80m Länge zu den großen Reptilien gehört, wurde sie im Jahre 1998 erstmals wissenschaftlich beschrieben.

Der Dreifarbwaran lebt ausschließlich in einem kleinen Areal auf der indonesischen Molukkeninsel Halmahera, wo er die steilen Berghänge des Regenwaldes bewohnt. Seine Lebensweise in der Wildnis ist noch völlig unerforscht, vermutlich hält er sich gerne in den Bäumen auf und ernährt sich von Vögeln, kleinen Säugern und anderen Tieren passender Größe. Er ist ein perfekter Kletterkünstler, sein langer Schwanz dient dabei als Balancehilfe. Bei der Jagd oder Flucht zeigt dieser intelligente Waran eine enorme Geschwindigkeit und Sprungkraft. Dies macht ihn zu einem hochentwickelten Raubtier, dem kaum ein Beutetier oder Fressfeind gewachsen ist.

Das Pärchen in Wien stammt aus einer Zuchtfarm in Indonesien und ermöglicht dem Haus des Meeres in Zukunft hoffentlich, ein paar der zahlreichen Rätsel, die uns diese Tierart aufgibt, zu lösen. Besonders die Fortpflanzung solch seltener und bedrohter Arten liegt hier natürlich im Fokus. Aber auch der pädagogische Aspekt für die Besucher vom Haus des Meeres, dass täglich unzählige unbekannte Tier- und Pflanzenarten noch vor ihrer Entdeckung ausgerottet werden, darf nicht unterschätzt werden.

Quelle: PM Haus des Meeres