Neue Alpakas im Tierpark Bochum

Foto: Tierpark Bochum

Foto: Tierpark Bochum

Wer ist denn diese hübsche Dame mit dem langen, schlanken Hals? Und wer ist dieser stattliche Herr mit dem traumhaft dichten Haar? – Das sind die beiden neuen Alpakas, Rosi und Gerolf, welche die Besucher des Bochumer Tierparks seit einer Woche in der Anlage des Haustierbereichs bewundern können.

Gerolf traf als Erster in Bochum ein. Der sechs-Jahre-alte Alpakahengst ist aus dem Tierpark in Nordhorn zugezogen und fällt vor allem durch seine wunderschöne schokoladenbraune Fellbarbe auf! Das dichte Fell des Hengstes hat es auch direkt Alpakastute Rosi angetan! Die zweijährige Zuchtstute ist auf dem Alpakahof Frya Fresana in Ostfriesland aufgewachsen, wo zurzeit etwa 25 Tiere leben. Der Familienbetrieb hat sich der Zucht von Alpakas, die die natürliche Farbvielfalt wiederspiegeln, verschrieben und bietet seinen Tieren auf einer großzügigen Grünfläche von 3,5 Hektar jede Menge Platz!
Mit Rosi bekommt Alpakahengst Gerolf nicht nur eine neue Partnerin, sondern möglicherweise gleich eine ganze Familie! Denn Rosi könnte bereits trächtig sein. Vater des ungeborenen Fohlens wäre der prämierte Zuchthengst Aramis – ebenfalls vom Hof Frya Fresana. Ein Schwangerschaftstest sieht in Alpakamanier übrigens so aus: „Jedes Mal, wenn Rosi dem Erzeuger erneut gegenüber trat, spuckte sie ihn energisch an! Was so viel heißt wie ‚Ich bin ab sofort für dich tabu!‘“, erklärt Tierpflegerin Inga Riebel die tierischen Gebräuche. Gerolf wurde bisher nicht angespuckt. Stattdessen versteht sich neue Paar ganz prächtig – also die beste Voraussetzung für eine Familiengründung! Neben dem „Spucktest“ sollen Blutuntersuchungen einen gesicherten Schwangerschaftsnachweis erbringen. Das Fohlen würde dann im Frühjahr 2016 zur Welt kommen.

Bis es soweit ist, werden in der gesamten Haus- und Nutztieranlange des Tierparks einige Veränderungen stattfinden. In den kommenden Monaten werden Umbaumaßnahmen vorgenommen, um mehr Platz zu schaffen, sowie neue Stallungen gebaut. „Der neue Haustierbereich wird verschiedene und vor allem ‚alte‘ Haustierrassen zeigen.“, erläutert Inga Riebel das Konzept. „Daher mussten uns einige Tiere wie die Esel Mara und Lilly, sowie einige Minischweine und unsere alten Alpakas verlassen.“ Die ehemaligen Tierpark-Bewohner sind teilweise in andere Zoos gezogen, andere – wie die beiden Esel – haben auf einem Mensch-Tier-Begegnungshof ein neues Zuhause gefunden. Dort werden sie nicht nur für Therapiezwecke eingesetzt, sondern finden auch durch ein gezieltes Tiertraining Freude und Beschäftigung.

Alpakas sind ein wichtiger Bestandteil der zoopädagogischen Arbeit im Tierpark Bochum. „An ihnen lässt sich wunderbar der Übergang vom Wildtier zum Haustier zeigen“, erklärt Zoopädagogin Judith Becker und fährt fort: „Alpakas stammen von den wildlebenden Guanakos ab. Sie wurden bereits vor mehreren tausend Jahren von den Ureinwohnern Südamerikas domestiziert und für die Fasergewinnung genutzt.“ Mit ihrem ruhigen und zutraulichen Wesen eignen sie sich besonders für den Mensch-Tier-Kontakt während Führungen, Ferienprogrammen und möglicherweise in Zukunft als Therapietiere.

Quelle: PM Tierpark Bochum