Neue Elefantenanlage der Wilhelma eröffnet

Foto: Wilhelma

Die Elefantenanlage der Wilhelma ist über 40 Jahre alt und besaß einen Absperrgraben, der für die betagten Elefantendamen zu gefährlich geworden war. Dieser Graben ist nun verschwunden, denn das Außengehege wurde umgebaut, ist seit Ende April bezugsfertig – und die beiden Elefantendamen Pama und Zella können darin künftig deutlich mehr Komfort genießen. Finanziert wurde der Umbau vom für die Wilhelma zuständigen Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, die Bauleitung lag beim Stuttgarter Amt von ’Vermögen und Bau Baden-Württemberg’, beteiligt am Umbau waren überdies Landschaftsarchitekten, Ingenieure und Gartengestalter.

Von November 2011 bis Ende April 2012 dauerte der Umbau, dann konnten die Elefanten einziehen – und sie nahmen ihre neue Außenanlage sichtlich begeistert in Besitz. Auch für den Besucher sind die Veränderungen auf den ersten Blick sichtbar: Die neue Form und die verwendeten Materialien lassen nun das Bild einer naturnahen Landschaft entstehen. Die Einfassungsmauern bestehen aus regionalem Travertin und Betonstein, weitere Travertin-Findlinge sowie eine der asiatischen Heimat der Tiere nachempfundene Bepflanzung mit Bambus und Gräsern unterstützen den natürlichen Eindruck. Die Gehegegrenzen wurden fast rundherum neu festgelegt und durch den Wegfall des Grabens hat sich die nutzbare Fläche von vorher 620 auf 830 Quadratmeter vergrößert. Die Anlage besitzt jetzt großteils einen für die Schwergewichte angenehmen Sandboden, zur Kühlung im Sommer und ganzjährigen Hautpflege dient eine Lehmsuhle von rund 50 Quadratmetern. Außerdem enthalten sind zwei Becken mit austauschbarem Substrat und acht Schubberbäume, die das Gehege gleichzeitig räumlich unterteilen. Zwei in Travertin-Felsen eingelassene Futterkästen dienen auch der Beschäftigung: Sie fordern das Geschick der Elefantenrüssel heraus und bieten sich ebenfalls als Schubberfläche an. Ein weiteres Highlight: das neue und fast doppelt so große Elefantenbad mit ca. 85 Quadratmetern Wasserfläche und 65 Kubikmetern Fassungsvermögen. Ins Bad steigen können die Elefantendamen wahlweise über Rampen oder Stufen. Das Badewasser wird durch eine moderne, nachhaltige Wiederaufbereitungsanlage gereinigt, die den Wasser- und Energieverbrauch optimiert. Auch die Besucherbereiche rund um die Elefantenanlage wurden aufgewertet. Auf der Ostseite gibt es nun einen größeren Zuschauerbereich sowie ein „Fenster“ und an der Südgrenze sogar eine richtige Besuchertribüne: Sie bietet den Besuchern einerseits Sitzgelegenheiten und andererseits den direkten Blick auf den Elefantenpool.
Wenn die Elefanten, wie geplant, dann eines Tages in eine ganz neue Anlage umziehen, sollen die Indischen Panzernashörner das Gehege erben, das deshalb beim Umbau bereits die Haltungsanforderungen beider Tierarten berücksichtigte. Die rund eine Million Euro, die das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg für die Maßnahme bereitstellte, wurde somit ökonomisch sinnvoll und zukunftsorientiert investiert.
Quelle: PM Wilhelma