Neue Knabber-Fische im Haus des Meeres in Wien

Foto: Haus des Meeres/GüntherHulla

Foto: Haus des Meeres/GüntherHulla

Das Haus des Meeres in Wien ist seit kurzem um einige Terrassen reicher. Wer sich jetzt aber auf weitere atemberaubende Blicke auf die österreichische Landeshauptstadt freut, der liegt leider falsch, denn gemeint sind Kalksinterterrassen – dafür aber mit einer tollen Fischfauna, u.a. mit den weltberühmten Knabberfischen.

Genauer gesagt handelt es sich um Nachbildungen der weltberühmten Terrassen von Pamukkale im Südwesten der Türkei. Sie geben den Rahmen für eine neue Attraktion im Haus des Meeres, einem Süßwasser-Aquarium mit Fischen, die sich nur rund um die Ägäis und im Nahen Osten finden lassen. Neben zweihundert in Zoos nie gezeigten Griechischen Elritzen beherbergt das Aquarium dreihundert Rötliche Saugbarben, die vielen unter dem Namen „Knabberfische“ oder „Kangalbarben“ wohl eher bekannt sein dürften.

Die Kangalbarbe ist vom Irak bis in die südliche Türkei verbreitet, in vielen Gegenden – wie auch den Heilquellen von Pamukkale – wurde sie von Menschen eingesetzt. Weltweite Bedeutung bekam dieser Fisch, der sich in der Natur von Aufwuchs und Algen ernährt, in der sogenannten Ichthyotherapie. Die Tiere knabbern dabei lose Hautpartikel von Patienten ab, die zum Beispiel an Schuppenflechte leiden. In Verbindung mit UVA Strahlung kann das zu einer Linderung der Symptome führen. In den letzten Jahren werden diese Fische auch verstärkt in kosmetischen Bereichen (z.B. Pediküre) eingesetzt. Dies wird jedoch mit gemischten Gefühlen betrachtet und ist sehr oft negativ zu bewerten.

Wie auch immer, die Fische werden weder als Fischtherapeuten eingesetzt noch als Fußpfleger, aber hinein greifen, um einmal von einem Fisch beknabbert zu werden, das darf man. Das neue und oben offene Becken im zweiten Stock, das im Gegensatz zu herkömmlichen Aquarien gänzlich ohne gerade Scheiben auskommt, ist ein Highlight für sich. Mit ihm bleibt das Haus des Meeres seinem Prinzip treu, den Menschen quasi in die Terrarien und Aquarien hinein zu holen und damit eine Vernetzung von Zoobesucher und gezeigtem Lebensraum auf höchstem Niveau zu erreichen.

Quelle: PM Haus des Meeres, Wien