Neue Tierart im Erlebnis-Zoo Hannover: Pinselohrschweine

Lome und Nikki im Erlebnis-Zoo Hannover – Foto: Erlebnis-Zoo Hannover

Haarig sind sie, die Neuen im Erlebnis-Zoo Hannover. Schwarze und weiße Fäden zieren die Ohren, lange helle Haare stehen wild vom rotbraunen Bauch ab, apart wird mit der breiten helle Quaste am Schwanz (die ein bisschen aussieht wie ein Troddel auf Omas Sofakissen) gewedelt. Der helle Flaum an den Wangen und unter den Augen unterstreicht das außergewöhnliche Aussehen.

Und dann ist da noch dieser weiße Strich, der über den gesamten Rücken führt, einmal vom Nacken bis zum Schwanz, so hell, als sei er nachträglich mit einem Pinsel aufgemalt. Ist er natürlich nicht, auch wenn der Name der Neuen das nahelegt.

Die Pinselohrschweine Nikki (2) und Lomé (2) aus dem Zoo Edinburgh leben sich ab jetzt künstlerisch auf ihrer Anlage in Hannover aus. Ihr Schwerpunkt liegt, trotz der praktischen Pinsel an den Ohren, ganz klar im Bereich Baukunst. Leidenschaftlich widmen sich die beiden der kreativen Umgestaltung von Rasen, Sand und Suhle.

Mit gekonntem Schwung ihrer festen Rüsselscheibe schieben sie Grassoden hoch, buddeln im Sand und zerren die Rinde von ihrem Scheuerbaum, um nach Essbarem zu suchen. Würmer, Schnecken, Wurzeln – Hauptsache Futter. Ausgiebig Fressen ist neben ihrem guten (Schweine-)näschen für Innendekoration das zweite große Talent der beiden. Ganz hoch in der Gunst liegen Nüsse, Bananen und Weintrauben, die sie in eleganter Höchstgeschwindigkeit aufsaugen und mit einem genüsslichen „Nöff“, manchmal auch einem erfreuten leisen „Niff“ verschlingen.

Fast genauso schnell buddeln die beiden so tiefe Löcher in den Sand, dass nur noch das Hinterteil herausschaut, an dem freudig ein Troddel-Schwanz wedelt. Wenn Nikki und Lomé dann mit panierter Schnauze aus ihrer Sandburg wieder auftauchen, sieht es fast aus, als lächelten sie zufrieden – aber das mag auch an dem hellbraunen Rand rum um ihre Schnauze liegen, der die Mundwinkel ein wenig nach oben zieht.

Nur ihr Wasserbecken lassen die beiden meist unberührt, obwohl ihre Artgenossen in West- und Zentralafrika gute Schwimmer sind, die mühelos Flüsse und Seen durchqueren und auch meistens in Wassernähe leben.

Viel lieber gönnen sich Nikki und Lomé ein Schlammbad in der Suhle oder – noch besser – warten darauf, dass die Tierpfleger den Wasserschlauch anstellen, unter den sie sich bequem zur Berieselung stellen.

Und wenn alle Löcher gebuddelt, alle Grassoden gehoben und umgedreht, alle Nüsse geknackt und gefuttert sind, lassen sich die beiden einfach fallen, wo immer sie gerade sind, und schlafen den Schlaf der Tüchtigen. Bis irgendwann ein Wurm den Kopf achtlos aus der Erde steckt.

Quelle: PM Erlebnis-Zoo Hannover