Neue Tierarten in der Wilhelma: Vietnamesische Langnasennatter und Ceylon-Lanzenotter

Eine Vietnamesische Langnasennatter im Terrarium in der Wilhelma in Stuttgart – Foto: Wilhelma Stuttgart

Augen auf in der Wilhelma: Zwei neue Tierarten gilt es zu finden. Das Aquarien- und Terrarienhaus ist der Hort der größten Artenvielfalt des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart und zieht gerade im Winter viele Gäste an. Allein schon unter den rund 100 Reptilienarten gibt es stets etwas zu entdecken, von dem wuchtigen Nashornleguan, der zwei Meter lang werden kann, bis zu den zierlichen Wüstenkrötenechsen, die sich mühsam von Ameisen ernähren. Zuletzt sind zwei sehr sehenswerte Schlangenarten aus Asien hinzugekommen: die Vietnamesische Langnasennatter und die Ceylon-Lanzenotter.

Die Natter aus Nordvietnam und Südchina gilt wegen des beweglichen Fortsatzes ihrer Schnauze auch als „Einhorn“ unter den Schlangen. Nicht zu verwechseln ist sie mit der Langnasennatter aus Amerika, bei der die Nase selbst spitz zuläuft. Die Jungtiere der Vietnamesischen Langnasennatter haben zunächst ein helles Stahlgrau mit dunklen braunen Flecken und wandeln sich nach einem Jahr zu einem kräftigen Grün. Diese Baumbewohner sind schlank, erreichen ein Länge von ein bis anderthalb Metern und können 15 bis 20 Jahre alt werden. Zu ihrer Beute gehören Kleinsäuger, Echsen und vor allem Vögel.

Die Ceylon-Lanzenotter kommt ausschließlich auf Sri Lanka vor. Die große Insel vor der Südspitze Indiens trug bis 1972 den Namen Ceylon, der heute noch durch den weltbekannten Tee in aller Munde ist. Die Lanzenotter bewohnt dort feuchte Wälder und dichtes Buschwerk bis in Höhenlagen von 2000 Metern. So ist sie auch in den hoch gelegenen Teeplantagen zu Hause und stellt für die Pflückerinnen eine gewisse Gefahr dar. Denn die Ceylon-Lanzenotter ist hochgiftig und hat eine große Reichweite für ihre Attacken. Weibchen werden bis 130 und Männchen bis 75 Zentimeter lang. Gut die Hälfte ihrer Körperlänge können sie beim Zuschnappen nach vorne schnellen. Ihre Giftzähne klappen sie im Ruhezustand wie ein Klappmesser ein und stellen sie beim Zubeißen auf. Durch ihren Greifschwanz kann die Ceylon-Lanzenotter gut klettern. Sie ernährt sich von Echsen, Geckos, Fröschen sowie kleinen Vögeln und Nagetieren. Der Körper trägt ein Hellgrün, das ins Türkise gehen kann. Darüber zieht sich eine markante Zeichnung in Schwarz.

Quelle: PM Tierpark Hellabrunn