Neue Waldhunde in der Wilhelma

Foto: Wilhelma / Hörner

Wenn es Futter gibt, dann hat Kesara meistens die Nase vorn. Obwohl deutlich kleiner als ihr
neuer Partner Pero, ist sie beim Finden der täglichen Fleischration klar schneller. Die beiden
neuen Waldhunde der Wilhelma bringen Leben in das über den Sommer verwaiste Gehege
zwischen Elefantenhaus und Tigeranlage. Bereits im April kamen die im dänischen Jesperhus
geborene Kesara und der aus dem englischen Port Lympne stammende Pero nach Stuttgart.
Nach ihrer Quarantäne- und Eingewöhnungszeit, die Kesara und Pero hinter den Kulissen
verbrachten, setzen sie in der Wilhelma eine kleine Tradition fort. Bereits seit 1986 werden hier
Waldhunde gehalten.

Damit gehört die Wilhelma zu den wenigen Zoos in Europa, die diese kleinen, südamerikanischen
Wildhunde zeigen. Nachdem 2010 das alte Weibchen Sabana starb, lebten zuletzt nur drei
männliche Waldhunde in der Wilhelma. Sie wurden im März nach Leeuwarden in den Niederlangen
abgegeben. Die Zusammenführung der beiden neuen Waldhunde, die auf Empfehlung des
Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach Stuttgart kamen, klappte problemlos. Nun
sollen Kesara, was die Junggebliebene bedeutet, und Pero die Zucht fortführen.
Bemerkenswert bei Waldhunden ist ihr Sozialverhalten. Sie leben in einem engen Familienverband
zusammen; meist ein Paar mit seinem Nachwuchs. An der Aufzucht der Jungen beteiligen sich die
Männchen stärker, als dies bei anderen Hundeverwandten der Fall ist. Nicht nur, dass der Rüde bei
der Geburt hilft und die Nabelschnur durchtrennt, er säubert die Kleinen auch. Zudem versorgt er die
Mutter und nach ein paar Wochen ebenfalls die Jungen mit Nahrung. Auch auf den von seinem
Verhalten her eher zögerlichen Pero werden diese Vaterpflichten hoffentlich bald zukommen.
Übrigens brachte ihm seine vorsichtige Wesensart – die sich gut mit „Ich würde ja so gerne, aber…“
beschreiben lässt – seinen Namen ein. Dieser bedeutet auf Spanisch „aber“.

Die Mitglieder der bis zu zehn Tiere umfassenden Waldhundrudel suchen immer wieder
Körperkontakt. Mit Lauten, die an das Fiepen junger Hundewelpen erinnern, halten sie außerdem
ständig akustischen Kontakt. In den dicht bewachsenen Lebensräumen der Waldhunde – Waldränder
und Uferbereiche von Gewässern – ist dies sehr wichtig für den Zusammenhalt der Familiengruppe.
Sehr auffällig ist ihr Körperbau, der eher an einen Marder oder Bären erinnert als an einen Hund. Mit
ihrem gedrungenen und kräftigen Körper gehören Waldhunde zu den kleineren Vertretern ihrer
Familie. Ihr kurzes, rotbraunes Fell und der rundliche Kopf mit den kleinen, runden Ohren sind
charakteristisch für sie. Die südamerikanischen Wildhunde sind außerdem hervorragende
Schwimmer.

Quelle: PM Wilhelma