Neuer Leopard in der Wilhelma in Stuttgart eingezogen

Foto: Wilhelma / Hörner

„Aman“ heißt der neue Persische Leopard der Wilhelma – was in seinen vorderasiatischen Herkunftsländern unter anderem „vertrauenswürdig“ bedeutet. Und großes Vertrauen setzt die Wilhelma nun in die Talente von Aman als künftigem Zuchtkater: In Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm soll er mit der seit 2002 in Stuttgart lebenden Leopardenkatze Mesched für Nachwuchs sorgen. Dieser ist dringend notwendig. Denn Persische Leoparden sind in der Wildbahn fast ausgestorben, in Zoos leben weltweit gerade einmal 112 Tiere dieser Unterart des Leoparden.
Mit Aman hat die Wilhelma nicht nur einen hoffnungsvollen Nachfolger für den im Januar 2012 verstorbenen Zuchtkater Saracen bekommen, der 2006 in Köln geborene Leopard hat sogar familiäre Wurzeln im Schwabenländle: Aman ist nämlich der Sohn von Chadang, der in der Wilhelma 1994 zusammen mit zwei Geschwistern als Drilling das Licht der Welt erblickte. Im September traf Aman in der alten Heimat seines Vaters ein, wo er sich seither in Ruhe einleben konnte. Inzwischen ist er für die Besucher im mittleren der Raubtiergehege zu sehen. Mit seiner zukünftigen Partnerin Mesched wird er aber wohl erst im Frühjahr direkt und hautnah zusammentreffen. Zumindest durchs Gitter dürfen sich die beiden aber schon vorher sehen und beschnuppern – wobei sie hoffentlich feststellen, dass sie sich gut riechen können.
In der Wildbahn leben Leoparden als strikte Einzelgänger und nur wenn sie „rollig“, also paarungsbereit ist, duldet die Katze hier einen Kater in ihrer Nähe. Bei Leoparden dauert die „heiße Phase“ etwa sieben Tage, während derer sich die Tiere mehrmals täglich paaren. Bei erfolgreicher Zeugung trägt die Katze rund drei Monate lang ein bis drei Jungtiere aus, die sie nach der Geburt alleine aufzieht – der Vater wäre dabei auch wenig hilfreich, hätte er doch seinen eigenen Nachwuchs eher „zum Fressen gern“. Die Jungen bleiben im Schnitt 13 bis 18 Monate bei ihrer Mutter.
Leoparden gehören zu den Großkatzen mit dem größten Verbreitungsgebiet. Dieses reicht vom südlichen Afrika bis ins östliche Asien und umfasst heiße Steppen ebenso wie dichte Wälder und kühle Bergregionen. Der Persische Leopard ist dabei die größte Unterart und ursprünglich im nördlichen Iran, Afghanistan und dem Kaukasus zu Hause. An das Leben in deren Hochlagen bis über 3000 Meter Höhe ist er gut angepasst. So ist etwa sein Fell dichter und länger als das seiner Artgenossen aus warmen Regionen, strenge Kälte kann ihm nichts anhaben. Auf dem Speiseplan der bis zu 80 Kilogramm schweren Raubkatzen stehen in ihrer vorderasiatischen Heimat vor allem Bezoarziegen, Wildschweine, Rehe – und zur Not auch Nutztiere des Menschen. Nicht nur wegen ihres schönen Fells wurden und werden sie daher gejagt. Außerdem schrumpft und verändert sich ihr Lebensraum. Der Restbestand dieser schönen Tierart ist daher sowohl sehr klein, als auch sehr zersplittert – was ihre Überlebenschancen leider weiter vermindert.

Quelle: PM Wilhelma