Neueröffnung im Haus des Meeres: Pacific Eye & Neuguinea Paludarium

Foto: Haus des Meeres / GüntherHulla

Foto: Haus des Meeres / GüntherHulla

Im Haus des Meeres wurde – wieder einmal – umgebaut und zwar der 7. Stock. Auch in diesem Fall war etwas in die Jahre gekommen, nämlich die alte Meerwasseraufbereitung. Salz und Stahl, zwei Dinge die sich nicht lange gut vertragen, haben dazu beigetragen.
Das wurde gleich ausgenützt, um ein neue Attraktion für unsere Besucher zu schaffen und eine andere, schon vorhandene, zu erweitern: Passend zum vorhandenen Terrarium mit den aus Nordamerika stammenden, giftigen Gila-Krustenechsen entstand das Pacific Eye, ein Aquarium, das unseren Gästen sowohl Einblicke in die nordamerikanische Pazifikfauna gewährt, als auch völlig neue Einsichtmöglichkeiten (im wahrsten Sinne des Wortes) bietet . Die alte Neuguinea-Anlage wurde verlegt und vergrößert und zusätzlich haben wir zwei Kleinterrarien geschaffen, in denen wir künftig unsere Nachzuchten am Reptiliensektor präsentieren können.

Pacific Eye:
Das Pacific Eye zeigt einen Ausschnitt eines Brauntangwaldes, eines an wenigen Meeresküsten, etwa jenen Kaliforniens, Westaustraliens und Südwestafrikas vorkommenden Ökosystems – das oftmals als „Kelpwald“ bezeichnet wird. Kalte, nur an den Westküsten der Kontinente vorherrschende Meeresströmungen versorgen dort diese Braunalgen mit in der Tiefsee entstandenem Spezialdünger. Dadurch erst können riesenwüchsige Arten mit Rekordhöhen von 45 m und Wachstumsraten von 50 cm pro Tag bestehen. Als weitere Lebensbedingung brauchen Algenwälder solide Felsböden, da beweglicher Sand oder anderes Sediment nicht besiedelbar ist. Das Ökosystem Kelpwald hat Ähnlichkeiten mit Wäldern an Land: einige Algenarten bilden die uns bekannte Strauchschicht, während andere schnell in die Höhe wachsen, wodurch eine Kronenschicht entsteht, die den Boden in düsteres Licht hüllt.

Ein typischer Tangwald-Fisch ist der Garibaldi-Barsch, ein leuchtend orangener Riesen-Riffbarsch, der auch das neue Pacific Eye Aquarium bewohnt. Den Top-Prädator dieser Meeresgebiete, den Weißen Hai, können wir aus Platzgründen leider nicht halten, dafür aber zwei kleinbleibende Bodenhaiarten:
einen Kalifornischen Glatthai und mehrere, aus einem europäischen Nachzuchtprogramm vom Rotterdam-Zoo bezogene Stierkopfhaie.
In das fast kreisförmige Pacific Eye Aquarium sieht man durch eine ungewöhnliche, 2m durchmessende,
6 cm dicke Plexiglas Halbkugel, die einen lupenhaft vergrößernden Einblick in den naturgetreuen, künstlichen Kelpwald ermöglicht. Das neue Aquarium fasst ca. 17.000 l künstlich hergestellten Meerwassers, das mit speziellen Kühlaggregaten auf 20°C temperiert wird.

Neuguinea Anlage:
Auf Grund der Tatsache, dass sich dieses Paludarium (eine Mischung aus Aquarium und Terrarium) in den letzten Jahren so großer Beliebtheit bei unseren Besuchern erfreut hat, wurde die Anlage völlig neu errichtet und dabei doppelt so groß gebaut wie ursprünglich. Die Tierwelt blieb aber unverändert und zeigt weiterhin einen Urwaldausschnitt aus einem Regenwaldgebiet Neuguineas. Den Landteil bewohnen Baumpythons – jene Riesenschlangen, die wunderschön grün gefärbt sind, und meist in einer etwas eigenwillig „aufgerollten“ Form auf den Ästen liegen. Sie leben fast ausschließlich auf Bäumen und Sträuchern. Der Wasserteil beherbergt sogenannte Regenbogenfische. Diese bunten Tiere stammen aus der gleichen Gegend und sind auf Grund ihrer Farbenpracht äußerst beliebte Aquarienfische. Beide Tierarten in Kombination – ein exotischer Hauch von Neuguinea im Haus des Meeres.

Daten und Fakten:
Der gesamte Umbau hat ca. € 285.000,– gekostet und wurde in einer Rekordzeit von sieben Monaten fertiggestellt – und das trotz kleiner Pannen: z.B. ging die erste halbkugelförmige Scheibe bei der Produktion in Flammen auf! Die neuen Anlagen fassen gemeinsam über 100.000 Liter. Die Meerwasseraufbereitung ist natürlich hinter den Kulissen untergebracht, ist aber umso wichtiger um das benötigte Salzwasser in der richtigen Konzentration herzustellen. Natürlich war es für den Umbau auch wieder notwendig, am Stahlbeton des Bunkers zu „knabbern“. Aber dieses Mal waren es gerade mal 22
Tonnen – nur ein Klacks im Verhältnis zu anderen Bauvorhaben im Haus des Meeres, aber dafür über Kopf!

Quelle: PM Haus des Meeres