Neues Aussengehege für die Orang-Utans im Zoo Osnabrück

Foto: Zoo Osnabrück / Lisa Josef

„Buschi hat sein neues Gehege vor allem mit den Augen erobert“, erläuterte Tierpfleger Detlef Niebler das Verhalten des 40 Jahre alten Menschenaffens. „Er setzte sich auf eine Plattform und begutachtete seine neuen Möglichkeiten. Außerdem überprüfte er bereits, was hinter seinem neuen Gehege liegt: Er steckte einen Ast durch das Gitter und angelte nach dort wachsenden Pflanzen.“ Astrid dagegen genoss das Willkommensfrühstück und kostete von den Weidenzweigen, die die Tierpfleger ausgelegt hatten. Von 85 auf 207 Quadratmeter ist die neue Außenanlage der zwei Menschenaffen gewachsen – dank der Verbindung von der Orang-Utan- und der benachbarten, ehemaligen Schimpansenaußenanlage. „Der Umbau war seit langer Zeit geplant und ist nicht aufgrund des Artikels im National Geographic erfolgt“, betonte Zoodirektor Prof. Michael Böer bei der Pressekonferenz zur Gehegeerweiterung der Orang-Utans. In diesem kritisierte Psychologe Colin Goldner die Orang-Utan-Haltung in Osnabrück. „Das alte Schimpansenaußengehege, direkt neben dem Orang-Utan-Bereich, diente bis Anfang Mai den Asiatischen Schweinsaffen als Übergangswohnung, bis ihr Affentempel umgebaut war. Seitdem arbeiteten wir an der Zusammenlegung der beiden Anlagen.“

Holzplattformen zum Beobachten

Buschi hatte die gesamten Umbauarbeiten genauestens verfolgt – schließlich gehört Beobachten zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Die Tierpfleger überlegten sich sehr genau, wie sie das Gehege für Buschi und Astrid „einrichten“. So haben sie für das Orang-Utan-Pärchen im ehemaligen Schimpansengehege noch zusätzliche Plattformen aus Holz errichtet, auf die sie sich schwingen können. Für Buschi bauten die Tierpfleger einen ganz besonderen Aussichtspunkt: „Buschi kann nun bis auf den Affentempel und die dortige zentrale Kreuzung im Zoo schauen. Er liebt es, die Besucher zu beobachten, das kann er nun ohne Unterlass tun“, berichtete Tierpfleger Niebler. Buschi sei eine Handaufzucht und deswegen sehr stark auf Menschen fixiert. Von seinem Anbau aus kann er nun auch den Zoomitarbeitern in der Küche beim Gemüseschneiden zuschauen.

Nächste Woche ziehen die Mitbewohner ein

Auch zahlreiche dicke Seile baumeln in dem Außengehege, allerdings sind diese nicht nur für die Orang-Utans vorgesehen. „Gerade Orang-Utan-Männchen bewegen sich eher am Boden entlang, ziehen sich vielleicht mal an einem Seil hoch zum Stehen, aber durch die Lüfte schwingen sie sich aufgrund ihres hohen Gewichts nicht so oft“, erläutert Prof. Böer. Die Seile sind für die bisherigen Nachbarn und zukünftigen Mitbewohner der Orang-Utans gedacht, eine Weißwangen-Gibbon-Familie. Das Paar und die beiden Kinder werden in den nächsten Tagen abends zunächst alleine das Gehege erkunden. Ende nächster Woche sollen die zukünftigen Mitbewohner erstmalig aufeinander treffen. „Wir haben das Gehege so eingerichtet, dass die beiden Affenarten sich aus dem Weg gehen können. Die Gibbons lieben es in großer Höhe zu schwingen und zu klettern, während die Orangs lieber weiter unten sitzen und beobachten“, erklärte Tierpfleger Detlef Niebler. „Wir haben sozusagen eine Zwei-Etagen-Wohnung errichtet. Zusätzlich behalten die Gibbons ihren eigenen Bereich.“

Kompletter Umbau des Menschenaffenhauses
Ob Buschi seinen neuen Anbau mit den Gibbons teilen mag, wird sich Ende kommender Woche herausstellen. In circa zwei Jahren bekommt das Zuhause von Buschi, Astrid und den Gibbons ein ganz neues Gesicht: Das Menschenaffenhaus wird im Stile des Affentempels „Angkor Wat“ umgebaut. Dann erhalten die Orang-Utans ein Gehege, das acht Mal so groß wie das alte ist.

Quelle: PM Zoo Osnabrück