Neues Zuhause für Europäische Sumpfschildkröten im Salzburger Zoo

Foto: Zoo Salzburg

Foto: Zoo Salzburg

Noch im 18. Jahrhundert war die Europäische Sumpfschildkröte in den Flusslandschaften Europas weit verbreitet. Die Jagd – früher galt sie als Fastenspeise – und die Zerstörung ihrer Lebensräume brachten sie an den Rand der Ausrottung. Nun leben 16 Schildkröten dieser Art auf dem neu adaptierten Teichgelände beim Zugang zum Tropenhaus im Zoo Salzburg. Reptil des Jahres 2015 Die Europäische Sumpfschildkröte ist die einzige österreichische Schildkrötenart.

Heute leben nur mehr rund 1.500 dieser Reptilien im Nationalpark Donau-Auen. Einem Gebiet, wo die Tiere passende Gewässer als Lebensraum und die nötigen trockenen Bereiche zur Eiablage vorfinden. Um das Bewusstsein in der Öffentlichkeit für gefährdete Arten zu schaffen, ernennen Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz jedes Jahr heimische Pflanzen und Tiere zu „Arten des Jahres“: Heuer wurde die Europäische Sumpfschildkröte zum Reptil 2015 gekürt. „Schau mir in die Augen …“ Die tagaktiven Sumpfschildkröten sind reine Fleischfresser, die gerne Würmer, Schnecken, Wasserinsekten, Amphibien und kleine Fische jagen. Auch Aas verachten die Tiere nicht. Weibliche, heimische Sumpfschildkröten können eine Größe von etwa 18 Zentimetern erreichen und ein Gewicht von fast einem Kilo auf die Waage bringen. Charakteristisch ist ein fast schwarzer Rückenpanzer, der mit gelben Punkten gezeichnet ist. Auf ihrem Hals und Kopf sind ebenfalls gelbe Zeichnungen zu erkennen. In unseren Breiten ist das Geschlecht der Tiere leicht voneinander zu unterscheiden: Einerseits haben die Männchen des Donau-Auen Typs eine rote und die Weibchen eine gelbe Iris. Andererseits besitzen die Männchen einen dickeren Schwanz als Weibchen und ihr Bauchpanzer ist nach innen gewölbt.

Die Europäische Sumpfschildkröte braucht unsere Hilfe! Der Zoo Salzburg unterstützt das Artenschutzprojekt des Nationalparks Donau-Auen und Tiergarten Schönbrunns: Seit 1997 werden im Nationalpark Gelege dieser Schildkrötenart vor Fressfeinden wie Fuchs, Marder und Dachs geschützt. Unmittelbar nach der Eiablage werden die Nester mit Metallgittern abgedeckt. Die schlüpfenden Jungtiere können später problemlos durch die Gitteröffnungen klettern.

Quelle: PM Zoo Salzburg