Neuigkeiten aus dem Wildpark „Alte Fasanerie“ Hanau

Polarwölfin Ayla – Foto: Wildpark "Alte Fasanerie" Hanau

Es ist eine Menge geschehen in letzter Zeit im Wildpark „Alte Fasanerie“ Hanau. Darum ist es längst Zeit darüber zu berichten.

Im Rudel der Polarwölfe kam es zu heftigen Rangordnungskämpfen. Das Pärchen Scott und Ayla wurden als Rudelführer von Inuq und Monja abgelöst. Was im ersten Moment nicht so tragisch klingt, sieht in der Realität ganz anders aus. Der Rangordnungskampf endete mit schweren Bissverletzungen an den Kehlen der beiden Alttiere, die jedoch nach einer hervorragenden tierärztlichen Behandlung bereits wieder abheilen. Da weitere Kämpfe zu befürchten waren, wurden die Tiere mit einem Elektrozaun in zwei Gruppen getrennt. Da dies aber nicht zur Beendigung des Konflikts führte, plant man einen Gehegetausch. Die europäischen Wölfe sollen mit der Gruppe der jüngeren Polarwölfe das Revier tauschen, um eine Pufferzone zu schaffen. Langfristig soll aber eine neue Anlage für die junge Gruppe gebaut werden, um das alte Gehege nach dem Ableben der älteren Tiere mit einer anderen Art neu besetzen zu können.

Elchkalb Herbert hatte sich Anfang Juni das Bein gebrochen, geht aber seit einer Woche wieder ohne Gips. Der Heilungsprozess verläuft gut, aber leider ist eine Sehne verletzt. Man hofft, dass er nach einer Reha wieder ohne Probleme laufen kann. Sollte dies aber nicht der Fall sein, wäre das auch kein Problem, da Herbert in Gefangenschaft wohl nie vor einem Raubtier flüchten muss und deswegen ein leichtes Hinken verkraften könnte.
Der Tod von Elchkuh Johanna wurde wahrscheinlich von einer Magen-Darm-Erkrankung mit Infektion durch Umweltkeime verursacht. Es wird allerdings noch weitere Untersuchungen geben.

Timberwölfin May aus der Lüneburger Heide, die mit den drei Rüden Roy, Hagen und Siegfried vergesellschaftet wurde, ist Mitte August nach Einbeck zu Wolfsforscher Matthias Vogelsang umgezogen. Der Druck durch die Jungwölfe Hagen und Siegfried wurde scheinbar zu groß für May und sie versuchte mit aller Macht aus dem Gehege auszubrechen. Ein erneutes Einsetzen ergab keinen Sinn, da die Wölfin immer wieder versucht hätte, das Weite zu suchen. Bei Herrn Vogelsang wurde May mit dem Polarwolfrüden Geronimo vergesellschaftet. Die zwei Wölfe vertragen sich blendend und so scheint die Odyssee von May ein glückliches Ende genommen zu haben.

Zum ersten Mal haben die Felsentauben – Untermieter in einem der Fasanengehege – nicht nur Nachwuchs ausgebrütet und erfolgreich großgezogen, sondern die jungen Tauben haben es auch geschafft, im neuen Gehege flugfähig zu werden.

Die drei jungen Störche haben den Horst vor einigen Tagen endgültig verlassen. Leider wurde ein Jungstorch schon tot unter einer Hochspannungsleitung gefunden. Es bleibt zu hoffen, dass die zwei anderen Störche gesund Afrika erreichen.

Auszubildende Selina Gruber hat in den letzten Monaten erfolgreich drei Waschbärbabies mit der Flasche groß gezogen. Die drei Maskierten sind mittlerweile 4 Monate alt, der Flasche entwachsen und diese Woche in das Waschbärgehege eingezogen. Sie machen schon Kletterübungen in einem abgetrennten Gehegeteil und werden bald mit unseren fünf Alttieren vergesellschaftet.

Die Wildschweine haben in den letzten Wochen erneut für Kindersegen gesorgt. Circa 20 Frischlinge tummeln sich in unseren Gattern.

Die Brunft beginnt und die Hirsche werden unleidlich. Da die jungen Spießer im Damwildgehege durch die Absperrung auch ins Durchgangsgehege gelangen, wurde dieses für Besucher vorübergehend geschlossen. Die Hirsche sind zurzeit unberechenbar und würden eine Gefahr für die Besucher darstellen, da sie recht angriffslustig sind.

Quelle: Wildpark „Alte Fasanerie“ Hanau / zoogast.de