Neuzugänge im Amazonienhaus der Wilhelma

Foto: Wilhelma Stuttgart

Das Rauschen des Wasserfalls, der Gesang der tropischen Singvögel und das Zirpen der Goldkopflöwenäffchen bilden gemeinsam eine einzigartige Geräuschkulisse, die dem Amazonienhaus in der Wilhelma in Stuttgart eine besondere Anziehungskraft verleiht. Seit kurzem verstärken einige Neuzugänge den vielstimmigen Chor: Die Schwarzen Brüllaffenbrüder Dichoso und Shakiro kamen aus Barcelona in den Zoologisch-Botanischen Garten und sollen sich nun mit den beiden Weibchen Yara und Montega anfreunden.

Die hellblonden Damen sind den schwarzhaarigen Männchen gegenüber noch skeptisch. „Nach anfänglichem Interesse haben sich die Weibchen entschieden, ihr angestammtes Revier gegen die Herren zu verteidigen“, berichtet Kuratorin Dr. Marianne Holtkötter. „Sie verwehren ihnen manchmal den Zutritt ins Schaugehege, wogegen die Männer mit Gebrüll protestieren.“ Davon leitet sich auch der Name der Primaten ab, denn der tiefe Brüllgesang trägt kilometerweit. Die Haltung einer gemischten Gruppe ist bei Brüllaffen durchaus eine Herausforderung. „Die Empfehlung, Yara und ihre Tochter Montega mit zwei Brüdern zusammenzubringen, kam von der Koordinatorin des Europäischen Zuchtprogramms“, erklärt die Zoologin. „Shakiro ist kastriert, sein Bruder Dichoso nicht. So wird verhindert, dass es zu aggressiven Rivalitäten zwischen den erwachsenen Männchen kommt. Auf diese Weise – so hoffen wir – können beide dauerhaft in einer gemischten Gruppe leben.“ Dichoso soll nun mit Montega, die im Juni 2009 in der Wilhelma zur Welt kam, für Nachwuchs sorgen. Yara darf sich im gehobenen Alter von 19 Jahren hingegen zukünftig um ihre Enkel kümmern. Bei schönem Wetter sind die Brüllaffen inzwischen auch auf der Außenanlage zu sehen.

Wer im Amazonienhaus noch ein wenig tiefer in den Dschungel vorstößt, trifft schnell auf weitere neue Bewohner: Sechs Grünschopfstirnvögel sind dort in die Voliere eingezogen. Sie stammen aus Surinam und sind in den Regenwäldern Südamerikas weit verbreitet. Dass sich die Sperlingsvögel nicht im ganzen Haus frei bewegen dürfen, hat einen guten Grund. „Sie fressen neben Insekten, Früchten und Samen auch Eier oder Jungvögel“, erklärt Kurator Dr. Günther Schleussner. „Zum Schutz der anderen Tiere sind sie daher in der Voliere untergebracht.“ Auch die Pflanzen würden nicht lange in ihrer jetzigen Pracht bestehen bleiben: Für den Nestbau verbrauchen die Grünschopfstirnvögel große Mengen an Pflanzenfasern, über einen Meter können die an hängende Beutel erinnernden Nester lang werden. Die Hähne üben sich bereits in ihrem aufwendigen Balztanz, bei dem sie mit glucksenden Lauten die Flügel spreizen und sich vor ihren Angebeteten verbeugen. „Sie sind viel in Bewegung, in der Voliere gibt es eigentlich immer etwas zu sehen“, findet Dr. Günther Schleussner. „Auch ihren typischen Ruf hört man häufig und denkt dabei sofort an den Regenwald.“ So fügen sich die grün schillernden Vögel hervorragend in das stimmungsvolle Tropenkonzert ein und holen damit ein Stück Amazonien in die Wilhelma in Stuttgart.

Quelle: PM Wilhelma Stuttgart

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