Neuzugang: Wilhelma zeigt jetzt beide Krokodilarten Australiens

Leistenkrokodil Tong in der Wilhelma – Foto: Wilhelma Stuttgart

Die Wilhelma ist um eine Besonderheit reicher. Nach dem Eintreffen eines Australien-Krokodils ist sie jetzt einer der ganz wenigen Zoos, die beide Krokodilarten des fünften Kontinents halten. Über Leistenkrokodile verfügt der Zoologisch-Botanische Garten in Stuttgart schon lange. „Mit den beiden sehr unterschiedlichen Arten runden wir unser ganzheitliches Konzept für die Krokodilhalle ab“, sagt Direktor Dr. Thomas Kölpin. „So zeigen wir passend zum 50-jährigen Bestehen unseres Aquariums und Terrariums zudem gleichzeitig die größte und eine der kleinsten Krokodilarten der Welt. Unser Plan ist, den beiden Weibchen jeweils ein Männchen beiseite zu stellen und speziell mit den Australienkrokodilen auch zu züchten.“

Nach einer Runderneuerung war die Halle 2006 nachgebildet und mit Leistenkrokodilen besetzt worden. Seit 2011 gestalten die Botaniker der Wilhelma den Lebensraum der Reptilien in der Krokodilhalle mit typischen Gewächsen aus dem Daintree National Park. Dieser liegt im tropischen Norden des australischen Bundesstaats Queensland, also in einer der wenigen Regionen, in denen die großen Salzwasser- und die kleineren Süßwasser-Krokodile in der Natur aufeinandertreffen.

Leistenkrokodile leben ebenfalls in Flüssen, trauen sich aber auch ins Meer hinaus. Mit einer Länge von meist drei bis fünf Metern erreichen sie ein Gewicht von einer viertel bis einer halbe Tonne. Demgegenüber nehmen sich Australien-Krokodile, die außerhalb der Gezeitengebiete der Flüsse bleiben, fast zierlich aus. Ausgewachsen können sie es jedoch auf zwei Meter und an die 50 Kilo bringen. Das Weibchen, das jetzt aus dem Frankfurter Zoo nach Stuttgart gekommen ist, misst mit seinen 29 Jahren etwa 1,55 Meter.

Während Leistenkrokodile größere Vögel und Säugetiere reißen, fressen Australien-Krokodile vor allem Fische, Krebstieren und Amphibien. Dazu ist das lange, auffällig schmale Maul hervorragend geeignet. Mit den langen Reihen sehr spitzer Zähne zeigt das Reptil durchaus Biss. Das eigentlich scheue Tier kann Menschen gefährliche Verletzungen zufügen, wenn es sich bedrängt fühlt. Tödliche Angriffe wie von Leistenkrokodilen sind nicht bekannt. Australien-Krokodile sind deutlich seltener als ihre großen Verwandten. Eine unerwartete Gefahr stellen für sie Aga-Kröten dar. Farmer hatten sie einst zur Schädlingsbekämpfung in Zuckerrohrplantagen aus Südamerika nach Australien gebracht, wo sie sich ohne natürliche Feinde massenhaft vermehrt haben. Gegen das Gift der Riesenkröte sind die Australien-Krokodile – anders als südamerikanische Krokodile – nicht immun. Im Amazonienhaus hält die Wilhelma übrigens auch Breitschnauzenkaimane.

Quelle: PM Wilhelma

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