Offizielle Namenstaufe des jungen Ameisenbären im Zoo Halle

Ameisenbärennachwuchs – Foto: Bergzoo Halle

Offizielle Namenstaufe des jungen Ameisenbären im Zoo Halle

Heute wurde der fast 3 Monate alte Ameisenbärnachwuchs im Zoo Halle feierlich auf den Namen Eusébio getauft. In Anwesenheit zahlreicher Medienvertreter, tauften Kuratorin Jutta Heuer, Revierleiter Sven Zeidler und Zoodirektor Andreas Jacob den kleinen Ameisenbären mit einem Glas Sekt unter Verwendung einer symbolischen Plüschvariante. Nach einer öffentlichen Ausschreibung über die halleschen Medien sowie über die Zoo-Facebookseite zur Namensfindung, mit der einzigen Vorgabe einen Portugiesischen Namen vorzuschlagen welcher mit E beginnt, wurde der Favorit dann an Hand der meist vorgeschlagenen Namen ermittelt. Sicherlich auch beeinflusst von der Nachricht über das Versterben des berühmten Fußballers Esuébio da Silva Ferreira machte der Name Esuébio für den kleinen Ameisenbären das Rennen. Esuébio da Silva Ferreira gehörte zu den Legenden seines Sports. 15 Jahre lang spielte er für Benfica Lissabon, 1962 führte er das Team zum Gewinn des Europapokals der Landesmeister, dem Vorgängerwettbewerb der heutigen Champions League. Bei der Weltmeisterschaft 1966 in England wurde er Torschützenkönig und erreichte mit Portugal den dritten Platz.

Das am 6.11.2013 geborenes Jungtier ist bereits das 5. Jungtier der halleschen Ameisenbäreltern Stella und Pedro welches somit zu einer der erfolgreichsten Zuchtpaare Europas zählt. Mittlerweile sind Esuébios 4 Geschwister in den Zoos von Dortmund, Longleat Safari in Großbritannien, Belfast und Köln heimisch geworden. Inzwischen hat das hallesche Ameisenbärpaar sogar 5 Enkel, welche in Dortmund und Longleat (GB) das Licht der Welt erblickt haben. Esuébio selbst hat sich mit seinen fast 3 Monaten bisher großartig entwickelt. Er wiegt nahezu 3700 g und verlässt bereits oft den schützenden Rücken der Mutter. Typischerweise werden Jungtiere bei den Ameisenbären auf dem Rücken der Mutter transportiert. Sie halten sich selbständig im Fell der Mutter fest und sitzen meist an der Schwanzwurzel. Die Fellzeichnung der Mutter findet sich dabei im Jungtier wieder, so dass ein Ameisenbärbaby nur sehr schwer zu entdecken ist. Auf Grund der ungünstigen Witterung ist das Jungtier mit der Mutter derzeit ausschließlich in einem Innengehege untergebracht welches für Besucher nicht zugänglich ist. Deshalb hat die zuständige Kuratorin Jutta Heuer extra am Kleintierhaus einen Monitor installieren lassen, auf dem ein Video über Mutter und Kind gezeigt wird.

Große Ameisenbären gehören zu einer sehr alten und ursprünglichen Tiergruppe, den Nebengelenktieren, die es heute nur noch in Südamerika gibt. Sie zählen außerdem zu den Nahrungsspezialisten, da sie sich in der Natur ausschließlich von Ameisen und verschiedenen Termiten ernähren. Ihr zahnloses langes rundes Maul mit der bis zu 60 cm langen klebrigen Zunge und die scharfen Klauen an den Vorderbeinen sind geeignete Werkzeuge, um die Termiten aus ihren Bauen zu holen. Die langen harten Haare und der buschige Schwanz halten Regen ab und verhindern Verletzungen durch scharfe Dornen in ihrem natürlichen Lebensraum. Da sie in diesem stark bedroht sind, gibt es ein europäisches Arterhaltungsprogramm (EEP) und ein weltweites Zuchtbuch.

Quelle: PM Bergzoo Halle