Orang-Utan Toba im Zoo Dortmund adoptiert den kleinen Yenko aus Hannover

Yenko und Toba - Foto: Erlebniszoo Hannover

Yenko und Toba – Foto: Erlebniszoo Hannover

Orang-Utan Toba adoptiert den kleinen Yenko aus Hannover

Ein eiliger Anruf aus dem Zoo Hannover ereilte den Dortmunder Zoo am Mittag des 5. April. Dort verstarb die Mutter eines neun Monate alten Orang-Utan-Jungen. Jungtiere in diesem Alter sind noch abhängig von ihrer Mutter, ähnlich wie es beim Menschen auch der Fall ist. Daher waren die Mitarbeiter des Hannoveraner Zoos dringend auf der Suche nach einer geeigneten Adoptivmutter, die sich des kleinen Yenko annehmen würde.

Kurzerhand entschloss sich das Dortmunder Zooteam, den kleinen Jungen der erfahrenen Toba zuzuführen. Sie hat bereits zwei eigene Jungtiere aufgezogen und besitzt einen ausgeprägten Mutterinstinkt, den sie auch bei anderen Jungtieren innerhalb der Dortmunder Orang-Utan-Gruppe bewies. Zudem produziert Toba zurzeit noch Milch, da die herangewachsene Tochter Eirina regelmäßig bei ihr trinkt. Davon könnte Yenko profitieren und eine aufwändige Fütterung mit der Flasche vermieden werden, so der Gedanke des Zoopersonals.
Bereits am Nachmittag traf Yenko mit Tierpfleger und Tierarzt in Dortmund ein und traf dort, noch durch ein Gitter getrennt, auf seine zukünftige Amme. Erfreulich schnell haben sich beide einander angenähert und konnten noch am selben Tag zueinander gelassen werden. Yenko rutschte sofort an Tobas Brust und fing an zu trinken.

Derzeit sind beide meist hinter den Kulissen, um sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit aneinander zu gewöhnen. Gelegentlich betreten Sie auch die Anlagen des Regenwaldhauses. Dieses wird dann für Besucher geschlossen. Das geschieht im Sinne des kleinen Yenko, denn dadurch wird unnötige Unruhe vermieden.
Eine öffentliche Vorstellung des Neu-Dortmunders mit der wilden Frisur ist erst vorgesehen, wenn er vollständig in die Gruppe integriert ist.

Überschattet wird die gelungene Adoption bedauerlicherweise durch den Tod der kleinen Gayah. Das 15 Monate alte Orang-Utan-Mädchen verstarb am Vortag an den Folgen einer akuten Atemwegsinfektion. Während des morgendlichen Rundgangs entdeckten die Tierpfleger das leblose Jungtier in den Armen seiner Mutter Djamuna. Menschenaffen trauern um ihre Jungtiere und tragen diese noch einige Zeit umher. So auch Djamuna. Am Nachmittag schließlich musste sie narkotisiert werden, um ihr das Jungtier abnehmen zu können. Pathologische Untersuchungen wären sonst nicht möglich gewesen. Diese sind jedoch dringend notwendig, um Aufschluss über die Todesursache zu bekommen und um eine potentielle gesundheitliche Gefährdung der restlichen Gruppe ausschließen zu können.
Trotz der Trauer um Gayah gilt nun die gesamte Aufmerksamkeit der Tierpfleger im Regenwaldhaus dem neuen Zugang und seiner weiteren Einbindung in die bestehende Orang-Utan-Familie.

Quelle: PM Zoo Dortmund