Orang-Utans in der Wilhelma: Umzug, Neuzugang und Schaufütterungen

Foto: Wilhelma

Wenn, dann richtig! Alle drei Menschenaffen-Arten der Wilhelma sorgen zugleich für Neuigkeiten: allem voran, dass jetzt auch die Orang-Utans mit den Gorillas und Bonobos unter einem Dach wohnen. Außerdem ist ein Neuzugang zu vermelden. Und kommentierte Schaufütterungen bei den Affen sind in das tägliche Programm des Zoologisch-Botanischen Gartens aufgenommen worden.

Zunächst waren die afrikanischen Arten aus dem alten Menschenaffenhaus in die viel größere 2013 eröffnete Anlage im oberen Park gezogen. Die aus Asien stammenden Orang-Utans lebten weiter im alten Gebäude, das nun aber für eine Komplettsanierung nach 45 Jahren geräumt werden muss. Mit Spannung wurde erwartet, wie sich die beiden Orang-Damen in ihrem neuen Umfeld einleben, das ihnen einige Vorteile bringt. „Die fast 44 Jahre alte Carolin war beim Erkunden des großen Innengeheges weitaus mutiger“, berichtet Marianne Holtkötter, die als Kuratorin in der Wilhelma für die Menschenaffen zuständig ist. „Ihre knapp 40-jährige Schwester Moni hatte dafür im Außengehege die Nase vorn.“ Das überraschte. Denn Moni hatte noch nie ein Außengehege mit Gras betreten. Carolin dagegen durfte als sogenannte Handaufzucht in der Jugend mit ihren Pflegern öfters Ausflüge in den Park machen. Ein Plus ist für die beiden auch, dass um sie herum wieder mehr Leben ist. Denn das alte Menschenaffenhaus hatten die Besucher nicht mehr so recht angenommen, seit es halbleer war. Dabei ist es auch für die Affen unheimlich spannend, wenn sie Besucher beobachten können.

Dass der Wechsel innerhalb der Wilhelma möglich ist, kommt Carolin und Moni zugute. Nach dem Motto „Alte Bäume verpflanzt man nicht“ dürfen die beiden, die nicht mehr im zuchtfähigen Alter sind, so ihren Lebensabend bei ihren vertrauten Pflegern verbringen. Gerade bei den sensiblen Orang-Utans ist bekannt, dass sie Veränderungen manchmal schlecht verkraften. Darum ist der Europäische Zuchtkoordinator mit der Entscheidung einverstanden. Bis die Wilhelma wieder zur Zucht der stark bedrohten Waldbewohner beitragen kann, braucht seine Zeit. Der Masterplan sieht den Bau einer neuen Anlage für Orang-Utans erst in frühestens 15 Jahren vor.

Derweil sind sie bei den Gorillas gut untergekommen. Denn deren Anlage verfügt über zwei Innen- und zwei Außengehege – für den Fall, dass der Silberrücken aufs Altenteil gesetzt werden muss oder ein älterer Sohn vom Vater nicht mehr geduldet wird und abzutrennen ist. Haremschef Kibo ist jedoch im besten Alter und sein ältester Sohn Kimbali wird in absehbarer Zeit an einen anderen Zoo gehen. Da kein Ärger ins Haus steht, kann die Gorillasippe in den ausreichend dimensionierten Gehegen etwas zusammenrücken und so nebenan Platz für die beiden Orang-Damen machen.

Zusammengerückt sind auch die Bonobos gegenüber. Auf Empfehlung des Zuchtkoordinators ist Mitte September das 2008 geborene Bonoboweibchen Fimi aus dem Zoo Leipzig eingetroffen. Nach der Quarantänezeit konnte sie jetzt mit ihren Artgenossen zusammengebracht werden. Das geschah, wie unter Bonobos üblich, unter viel Geschrei und noch mehr Begrüßungssex – lautstark, aber einvernehmlich.

Zusätzlich interessant machen den Besuch bei den Menschenaffen neuerdings kommentierte Fütterungen. Die Tierpfleger berichten dabei täglich – je nach Wetter drinnen oder draußen – um 11.30 Uhr bei den Bonobos und um 13.15 Uhr bei den Gorillas Wissenswertes zu den Tieren.

Quelle: PM Wilhelma

Schreibe einen Kommentar