Pflanzenvermehrung in der Masoala-Regenwald-Halle im Zoo Zürich

Masoala-Regenwald-Halle – Foto: Zoo Zürich

AUCH GROSSE BÄUME FANGEN KLEIN AN – PFLANZENVERMEHRUNG IM MASOALA REGENWALD

Der Masoala Regenwald wurde 2003 gepflanzt. Zu Beginn war es kein «richtiger» Wald, in der Zwischenzeit ist nun ein relativ dichter Baum- und Pflanzenbestand herangewachsen, der immer authentischer wird. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung hat die seit Beginn im Hintergrund betriebene Baumschule.
Der richtige Regenwald in Masoala ist durch eine enorme Vielfalt von Baumarten gekennzeichnet. Schätzungsweise 2000 bis 3000 Baumarten sind auf der Masoala Halbinsel zu finden; manche dieser Baumarten sind bis heute noch nicht wissenschaftlich beschrieben.
Seit der Eröffnung des Masoala Regenwaldes betreiben wir im Hintergrund eine Baumschule. In enger Zusammenarbeit mit der Forstsamenbehörde in Madagaskar (Silo National des Graines Forestières SNGF) darf Dr. Martin Bauert in der Region Masoala Samen sammeln und diese in Zürich zur Bereicherung des Masoala Regenwaldes kultivieren.
Pro Jahr produziert die kleine Baumschule im Masoala Regenwald mehrere hundert junge Bäume und Sträucher, die, wenn sie gross genug sind, ausgepflanzt werden. Einige Baumarten kultivieren wir bereits in der zweiten Generation: Die ursprünglich angepflanzten Bäume blühen und produzieren Samen, welche wir wiederum sammeln und aussäen.

Neue Erkenntnisse in der Vermehrung von Rosen- und Ebenhölzern

Einen Schwerpunkt der Vermehrung von Bäumen haben wir bei den Edelhölzern gesetzt, welche für die Region Masoala sehr typisch sind. Diese Rosen- und Ebenholzarten galten in Madagaskar als nicht kultivierbar. Wir brachten es dennoch fertig, die Rosen- und Ebenhölzer aus Samen zu vermehren. Mit diesem Erfolg konnten wir die Forstsamenbehörde SNGF in Madagaskar inspirieren, so dass heute auch in Madagaskar Rosen- und Ebenhölzer aufgeforstet werden, was vor 2003 als unmöglich angesehen wurde.
Verschiedene Techniken kommen bei den Vermehrungen von Pflanzen zum Einsatz. Wenn keine Samen erhältlich sind, können Pflanzen über Stecklinge oder durch sogenanntes Abmoosen vermehrt werden. Das braucht viel Fingerspitzengefühl, reagiert doch jede Baumart etwas unterschiedlich.
Der Zoo Zürich finanziert in der Forstsamenbehörde SNGF eine Doktorarbeit, die sich intensiv mit der Vermehrung der Rosenhölzer befasst. Diese Bäume sind durch die illegale Ausbeutung so stark dezimiert worden, dass kaum noch genügend alte Bäume vorhanden sind, die Samen produzieren. Ein wichtiger Teil dieser Doktorarbeit ist es, die beste Technik zu finden, mit der die verbliebenen Rosenholzbäume über Stecklinge vermehrt und wieder aufgeforstet werden können.

Quelle: PM Zoo Zürich