Pfundiger Pflichttermin für die Schildkröten im Zoo Rostock

Foto: Zoo Rostock / Joachim Kloock

Foto: Zoo Rostock / Joachim Kloock

Schwerstarbeit, aber Ehrensache! Beim öffentlichen Wiege-Termin der vier Galapagos-Riesenschildkröten im Zoo Rostock packte der Vorsitzende der Geschäftsführung der WIRO Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft mbH, Ralf Zimlich, tatkräftig mit an. Gemeinsam mit den Tierpflegern wurde eine nach der anderen behutsam auf die Waage gehoben. Ein Pflichttermin für die vier genügsamen „Empfangsdamen“ Isabela Frieda, Elvida, Estrella und Espanola im DARWINEUM, um ihr Gewicht und ihren gesundheitlichen Zustand zu checken. Zusammen bringen die vier Riesenschildkröten 242,2 kg auf die Waage. Im Mai 2014 waren es 221,6 kg.

„Wir werden auch künftig den Rostocker Zoo unterstützen“, kündigte WIRO-Chef Ralf Zimlich an. „Der Rostocker Zoo ist nicht nur die größte Freizeiteinrichtung im Land, sondern hier kann auch Natur- und Artenschutz authentisch und hautnah erlebt werden. Auch die vielfältigen Aktivitäten des Zoos in der Jugend- und Bildungsarbeit sind lobens- und unterstützenswert. Uns liegt sehr viel daran, unseren Beitrag zur Weiterentwicklung des Zoos zu leisten“, so Zimlich. Die WIRO unterstützt den Rostocker Zoo als Premiumpartner in der langjährigen Kooperationsgemeinschaft „Natur- und Artenschutz“. Neben den Schildkröten gehört auch Orang-Utan-Nesthäkchen Surya zu den Patentieren der Wohnungsgesellschaft.
Zoodirektor Udo Nagel begrüßte die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der WIRO. „Langfristige Patenschaften wie mit der WIRO helfen uns enorm, viele zusätzliche und nachhaltige Projekte im Zoo umzusetzen und uns gemeinsam für bedrohte Tierarten einzusetzen. Sowohl die Galapagos-Riesenschildkröten als auch die Orang-Utans sind akut vom Aussterben bedroht“, machte Nagel deutlich. „Wir stehen hier alle in der Verantwortung, auf die Probleme aufmerksam zu machen und uns für die Arterhaltung stark zu machen.“

Eine Chefin gibt es nicht, nur eine kleine Diva
Sie gehören von Anfang zum DARWINEUM, die vier Schweizer Riesenschildkröten aus dem Zoo Zürich. Sie sind jeden Tag als Empfangskomitee im lebendigen Evolutionsmuseum im Einsatz, absolut zuverlässig, wenn auch nicht sehr bewegungsfreudig. Aber das liegt ja in der Natur der Schwergewichte, die allerdings recht flink Tempo aufnehmen, wenn die Tierpfleger mit Salat und weiteren Leckereien im Anmarsch sind. „Eine Chefin gibt es nicht“, sagte Tierpflegerin Jana Wohlfahrt, „da die Tiere keine Sozialstruktur untereinander ausbilden. Die drei jüngeren jeweils 12 Jahre alten Schildkröten Elvida, Estrella und Espanola sind etwas aktiver als die 21-jährige Isabela. Elvida ist allerdings manchmal schon eine kleine Diva und legt besonders viel Wert auf Streicheleinheiten der Tierpfleger. Alle vier sind sehr zahm und lassen sich besonders gern am Hals kraulen.“

Beim Essen gibt es übrigens keine besonderen Vorlieben. Es wird mit großer Begeisterung genommen, was ins Gehege kommt. Das sind vor allem Gras, Heu und Laub. Vielleicht werden Schildkröten ja so alt, weil sie sich so gesund und rein vegan ernähren? Harriet, die berühmteste Schildkröte der Welt, lebte bis 2006 in einem australischen Zoo. Charles Darwin brachte sie 1835 als fünfjähriges Tier von den Galapagosinseln mit. Sie starb also mit 176 Jahren.

Das Zuchtbuch für die Galapagos-Riesenschildkröten wird durch den Zoo Zürich geführt, der auch als einziger Tierpark auf die Zucht spezialisiert ist. Das Zuchtprogramm überwacht den Bestand von aktuell 65 Tieren in 17 Einrichtungen in Europa. Der Bestand der noch lebenden Unterarten wird auf 12.000 bis 15.000 Tiere geschätzt. Der Erhalt der Galapagos-Riesenschildkröten ist Teil des Washingtoner Artenschutzabkommens.

Quelle: PM Zoo Rostock