Pinguinküken im Erle​bnis-Zoo Hannover​

Foto: Zoo Hannover

Zugegeben, Sean-Michael ist ein wenig moppelig. Überhaupt erinnert er ein bisschen an einen Frottee-Ball auf Schwimmflossen. Oder an ein geplatztes Daunenkissen mit Schnabel. Und dann diese Stummelärmchen, die aus dem aufgeplusterten Federflaum ragen. Wie ein eleganter Schwimmer sieht er noch nicht gerade aus.

Macht nichts. Seine Eltern wissen, welchen Schatz sie da mit ganzem Körpereinsatz schützen: Der moppelige kleine Fusselvogel ist das erste Brillenpinguin-Küken, das an Bord des Schiffes „Yukon Queen“ in Yukon Bay geschlüpft ist!

Am 8. September pickte sich das gerade mal 74 Gramm leichte Küken aus dem Ei, das die Elternvögel Klaus und Jaqueline 38 Tage ausdauernd bebrütet hatten. Seitdem wärmen die beiden den Winzling in dem Nest, das sie aus Sand und Steinen in dem umgekippten Boot neben dem Pool gebaut haben. Dreimal täglich füttern die beiden ihren Nachwuchs mit Lodden, Makrelen oder Heringen. Inzwischen hat sich Sean-Michael auf stattliche 580 Gramm gefuttert. Bald wird es schwierig für Klaus und Jaqueline, den Jungvogel unter sich zu verstecken.

70-75 Tage lang wird das Küken von den Eltern gefüttert. Erst dann hat es sein komplettes Federkleid und kann, ausgerüstet mit dem körpereigenen Tauchanzug, selbständig im Wasser auf Fischfang gehen.

Unter den 34 Pinguinen an Bord der Yukon Queen gibt es zurzeit noch vier weitere Brutpaare. Zwei haben die Nischen hinter den Ladeluken bezogen, zwei die Fässer am Strand. Um zu ihrem Nest im Ruderboot zu gelangen, müssen sich Klaus und Jaqueline auf den Bauch legen und unter der Bootskante vorwärts robben. Umständlich – aber sicher. Eindringlinge werden sofort entdeckt und mit kräftigen Schnabelbissen vertrieben. Für die beiden vierjährigen Pinguine ist es der erste Nachwuchs. Ob Sean-Michael einen Spielkameraden bekommt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen, wenn die Brutzeit der anderen Paare abläuft.
Noch länger wird es dauern, bis fest steht, ob Sean-Michael vielleicht eine Jean-Michelle ist. Das Geschlecht der Vögel lässt sich nur durch eine Blutprobe feststellen.

Gefährdete Tierart
Auf der Roten Liste der Naturschutzorganisation IUCN wird der Brillenpinguin als stark gefährdet eingestuft. Der Erlebnis-Zoo Hannover beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Brillenpinguine und hofft, so zum Erhalt der Tiere beitragen zu können.

Quelle: PM Zoo Hannover