Präriehunde im Tierpark Bochum haben wieder Nachwuchs

Foto: Tierpark Bochum

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Die Sonne lacht und lockt selbst die Meister des Tunnelbaus – die Präriehunde – im Tierpark + Fossilium Bochum aus ihren Gängen. Unter ihnen sind auch quirlige Jungtiere, die neugierig ihre Umgebung erkunden.
In der Anlage der Präriehunde ist ordentlich was los! Im April haben die Nager Nachwuchs bekommen, sodass sich die Gruppe mit sechs Weibchen und fünf Männchen nun um mindestens drei weitere Tiere vergrößert hat. Vor wenigen Tagen haben die Jungtiere das erste Mal ihren Bau verlassen, um selbstständig auf Futtersuche und Erkundungstour zu gehen. „Kurz nach der Geburt sind die Jungtiere noch nackt und blind“, erklärt Revierleiter Lukas Gers und fährt fort: „Das Fell entwickelt sich erst in der dritten Lebenswoche. Nachdem sie etwa eineinhalb Monate gesäugt wurden, machen die Kleinen ihre ersten Ausflüge.“ Mit etwas Glück können Besucher die flinken Nager beim Spielen, Buddeln und Fressen durch die rundum verglaste Anlage gut beobachten.

Präriehunde sind, anders als es ihr Name vermuten lässt, keine Raubtiere, sondern Nager und enge Verwandte der Murmeltiere. Ihren Namen erhielten die Hörnchenartigen von den frühen Siedlern Nordamerikas, da ihre Rufe an das Bellen eines Hundes erinnern. Präriehunde sind in der Nordamerikanischen Steppe beheimatet und leben oftmals in riesigen Kolonien zusammen. Zum Schutz vor Feinden graben sie Gänge und Höhlen, aus denen ein weit verzweigtes Tunnelsystem entsteht. Die possierlichen Tiere sind wichtige Botschafter für den Schutz ihres natürlichen Lebensraums, welcher die Heimat vieler bedrohter Tierarten, wie Bisons, Gabelböcke und Kitfüchse, ist.

Auch die Mitbewohner der Präriehunde, die Präriekauze (auch Kanincheneulen genannt), scheinen zurzeit mit der Jungenaufzucht beschäftigt zu sein! „Vor einigen Wochen war das Weibchen tagelang unter der Erde verschwunden und wurde von dem Männchen mit Futter versorgt. Aktuell beobachten wir beide Elterntiere immer wieder dabei, wie sie zusammen fleißig Insekten sammeln und in ihre Höhle tragen. Daher gehen wir davon aus, dass auch unsere Kauze Nachwuchs bekommen haben“, so Lukas Gers. Anders als bei den meisten Vögeln ist nicht die Luft das bevorzugte Element der kleinen Eulen, sondern der Boden. Ihr natürlicher Lebensraum, die Grassteppen Nord- und Südamerikas, weist nur einen geringen bis gar keinen Baumbestand auf, daher sind die Kauze häufig „unter Tage“ zu finden. Gerne übernehmen sie die Bauten von anderen Bodenbewohnern, wie eben den Präriehunden. Sie graben aber auch eigene Tunnel, die sie für die Jungenaufzucht nutzen, um sie vor Witterungseinflüssen und Feinden zu schützen. Die Weibchen legen in der Regel acht bis zwölf Eier, die bis zu vier Wochen bebrütet werden. Nach weiteren vier Wochen werden die Jungen flügge, werden jedoch noch einige Zeit von den Eltern gefüttert. Präriekauze ernähren sich vorzugsweise von großen Insekten oder kleinen Nagetieren, wie Mäusen. Um ihr Nest möglichst selten zu verlassen, locken die trickreichen Vögel Insekten mit gesammeltem Dung an, sodass diese leicht erbeutet werden können. Präriekauze stehen unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzabkommens aus dem Jahre 1973.

Quelle: PM Tierpark Bochum