Przewalski-Pferd im Kölner Zoo geboren

Foto: Simon Pannock

Foto: Simon Pannock

Am Morgen des 4. Oktober konnten die Tierpfleger die Geburt des dritten Fohlens in diesem Jahr im Kölner Zoo vermelden. Der junge Hengst Lovis ist das 6. Fohlen der Stute Lavinia, die 1999 im Kölner Zoo geboren wurde. Noch bleibt er dicht bei der Mutter, aber sein Erkundungsdrang wird in der nächsten Zeit schnell zunehmen. Zusammen mit den Halbschwestern Luna und Lana von August dieses Jahres, wird er dann eine Spielgruppe bilden und mit ihnen über die Anlage galoppieren. Junge Hengste fangen in relativ frühem Alter mit Kampfspielen an, worauf sich Stutfohlen und Mutter nur selten einlassen. Dann wird man beobachten können, wie Lovis den eigenen Vater, das ist Solero aus dem Zoo Hunnebostrand in Schweden, zum Spielen auffordert.

In spätestens zwei Jahren wird Lovis den Kölner Zoo verlassen, um in einer Hengstgruppe das nötige Verhaltensrepertoire zu trainieren, um im Alter von 5 -6 Jahren eine Stutengruppe zusammen zu halten und zu verteidigen. Ob er dann in einem Zoo oder Semi-Reservat im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) oder gar in einer der mittlerweile wieder angesiedelten Wildpferd-Populationen in der Mongolei oder China eingesetzt werden wird, steht noch nicht fest.

Przewalskipferde sind das Paradebeispiel für die Rettung eines Wildtieres, das ohne den Einsatz von Zoos nicht überlebt hätte. Bereits 1969 war diese Art im natürlichen Verbreitungsgebiet den Trockensteppen der Mongolei und Chinas ausgestorben. Seit 1992 existieren Wiederansiedlungsprojekte. In der Mongolei ziehen mittlerweile wieder fast 600 Pferde aufgeteilt auf 3 Populationen durch die Steppen und Halbwüsten. In China sind es fast 150 Individuen. Der größte Teil ist in der Wildbahn geboren. Alle gehen auf in Menschenobhut gezüchtete Tiere zurück, die meisten kamen dabei aus europäischen Zoos, so auch aus Köln, wo seit mehr als 30 Jahren das Erhaltungszuchtprogramm für die Przewalskipferde gemanagt wird. Eine der Aufgaben des Programm-Koordinators ist es geeignete Tiere für solche Projekte auszusuchen.

Die Population der mongolischen Gobi B wurde seit 2012 mit Stuten aus Europa aufgestockt, um Verluste des sehr harten Winters 2009/10 auszugleichen. Derzeit haben sich dort 10 Zuchtgruppen, bestehend aus einem Hengst und 2 – 13 erwachsenen Stuten mit Nachwuchs etabliert. Beide Geschlechter verlassen die Geburtsgruppe im Alter von ein bis zwei Jahren. In der Gobi B bilden Junghengste bzw. frühere Haremshengste eine Junggesellengruppe. Aber auch einzeln lebende Hengste kommen vor. Im Alter von fünf bis sieben Jahren versuchen sie eine Stute im Kampf mit Haremshengsten zu übernehmen oder aber mit umherziehenden Jungstuten eine neue Gruppe zu bilden. Die Streifgebiete der Gruppen überlappen sich, es werden keine Territorien verteidigt. Wesentliche Bestandteile dieser Streifgebiete sind ausreichend Grasnahrung und permanente Wasserstellen.

Zuchterfolg im Kölner Zoo: Anfang August kam hier das weibliche Przewalski-Fohlen „Luna“ zur Welt. Es ist bereits die 71. Geburt eines Przewalski-Pferds in Köln. Mutter „Luca“, die 2007 im Kölner Zoo geboren wurde, kümmert sich vorbildlich um das Jungtier. Vater „Solero“ stammt aus dem schwedischen Zoo Hunnebostrand. Er kam vor 1,5 Jahren an den Rhein. Die Kölner Przewalskipferd-Gruppe besteht aus einem Hengst und vier erwachsenen Stuten. In den kommenden Monaten werden zwei weitere Fohlen erwartet. Die Tragzeit bei den Przewalski-Pferden beträgt elf Monate.

Quelle: PM Kölner Zoo