Publikumsliebling in Hellabrunn: Ein Silbergibbon-Mädchen

Foto: Tierpark Hellabrunn

Der jüngste, knapp zehn Monate alte Münchner Silbergibbon-Nachwuchs zählt ganz klar zu den Stars von Hellabrunn. Als der Münchner Tierpark, der die stark gefährdete Tierart als einziger Zoo in Deutschland zeigt, das Kleine vergangenen September im Alter von drei Wochen vorstellte, suchte es noch Schutz bei Mama. Nur ab und zu gab es einen Blick auf den zierlichen Kopf und die großen Kulleraugen frei. Das ist nun anders: Übermütig turnt Hellabrunns Mini-Silbergibbon auf der Außenanlage herum. Und gerade weil das noch nicht so einwandfrei klappt wie bei den Geschwistern und Eltern, ist es für alle Zuschauer ein
besonderer Genuss, dem Nachwuchs-Turner beim Training zuzusehen.

Endlich steht auch fest, ob das Kleine weiblich oder männlich ist. Das entscheidende Indiz
hatte es vor den Tierpflegern lange Zeit gut versteckt. Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem
lüftet nun das Geheimnis: „Es ist ein Mädchen, das den schönen Namen Mia trägt! Die
Hellabrunner Silbergibbon-Familie besteht momentan aus Mutter, Vater und drei Töchtern.
Es macht uns stolz, dass wir der einzige deutsche Zoo sind, der diese stark bedrohte
Primatenart zeigt, und noch dazu eine so große und harmonische Familie haben.“
Das jüngste Silbergibbon-Baby kam am 19.8.2012 nach einer Tragzeit von sieben Monaten
zur Welt. Mittlerweile turnt das quicklebendige Affenmädchen begeistert mit Mutter
Pangrango (16 Jahre), Silbergibbon-Papa Peter (24) und den beiden Schwestern Isabell (5)
und Kim (2) durchs Hellabrunner Außengehege. Menschentrauben vorm Gehege sind keine
Seltenheit. Die kleine Mia, die noch einen Paten sucht, weiß, wie sie auf sich aufmerksam
machen kann! Wenn sie und die anderen sich von Seil zu Seil schwingen, halten die
Zuschauer die Luft an, so spektakulär ist der Moment, in dem die Affen in der Luft schweben!
Die Besonderheit von Silbergibbons sind ihre Arme, die zweieinhalbmal so lang werden
können wie der Rumpf. Ihre Arme und die sogenannte Schwinghangel-Technik erlauben es
ihnen, mit traumhafter Sicherheit Entfernungen im Geäst von bis zu zehn Metern zu
überwinden.

Silbergibbons leben in freier Wildbahn nur auf der indonesischen Insel Java. Sie gehören zu
den bedrohtesten Primaten und werden als stark gefährdete Tierart auf der Roten Liste des
IUCN (International Union for Conservation of Nature) geführt. Ihre Zahl wird auf unter 2.000
weltweit geschätzt. Charakteristisch für die Silbergibbons ist auch, wie für alle Gibbon-Arten,
ihr recht lautstarker Gesang, der zur Markierung ihres Territoriums dient.
Hat sich ein Silbergibbon-Paar einmal gefunden, bleibt es ein Leben lang zusammen und lebt
monogam in einer Familiengruppe mit den noch nicht geschlechtsreifen Nachkommen.
Vorbildlich zeigen sich Peter und Pangrango, wenn es um die „Kinderbetreuung“ geht. Beide
Elternteile kümmern sich gleichberechtigt um den Nachwuchs. Silbergibbons sind vorwiegend
Vegetarier und fressen vor allem Obst, Gemüse, Salat oder Laubwerk. Auch Hellabrunns
Mini-Silbergibbon Mia ernährt sich bereits wie die Großen.

Quelle: PM Tierpark Hellabrunn