Reproduktionsspezialistin im Zoopark Erfurt

Zoonews NewsEnde Juli hatte der Thüringer Zoopark Erfurt eine „Gynäkologin für Zootiere“ zu Gast, um den Reproduktionsstatus von zwei Tieren klären bzw. um in der Vergangenheit aufgetretene Veränderung bei zwei weiteren Tieren untersuchen zu lassen.

Dr. Imke Lüders ist als Fachtierärztin für Zoo- und Wildtiere und Reproduktionsspezialistin in Hamburg mit ihrer Firma GeoLifes seit mehreren Jahren selbstständig und betreut neben vielen deutschen Zoos auch Forschungsprojekte in anderen Ländern wie Südafrika, Kanada und Südostasien. In ihrer Doktorarbeit befasste sie sich mit Ultraschall und dem Zyklus des weiblichen Elefanten. Unter anderem führten in den vergangenen zwei Jahren durch sie durchgeführte künstliche Besamungen zu Geburten von mehreren Asiatischen Goldkatzen im Allwetterzoo Münster sowie zu zwei Nordpersischen Leoparden im Tierpark Nordhorn. Damit trägt sie aktiv zum Artenschutz dieser hochbedrohten Tierarten bei.

Im Thüringer Zoopark warteten vier Patienten auf Dr. Lüders.

Bei Elefantenkuh Chupa wurde unter einer sogenannten „Stehendsedation“ ein Ultraschall und Endoskopie von den Geschlechtsorganen durchgeführt. Das ist eine Standarduntersuchung, die bei Elefanten in menschlicher Obhut im zuchtfähigen Alter oft durchgeführt wird, um die Gesundheit des Reproduktionstraktes und somit die Zuchtfähigkeit bestätigen zu lassen. Der Routinecheck bei Chupa bestätigte, dass die 11 jährige Elefantenkuh klinisch und organisch gesund ist und einer zukünftigen Trächtigkeit nichts im Wege steht.

Noch am selben Tag wurde Löffelhündin Juba aufgrund ihrer wiederholten Problematiken im Zusammenhang mit Geburten untersucht. Sie hat erst einmal erfolgreich Nachwuchs aufgezogen. Weder im Ultraschall, den gewonnenen Proben und auch nicht im Röntgen gab es Hinweise auf pathologische Veränderungen.

Weiterhin wurde eine Ultraschalluntersuchung der Hoden eines bulgarischen Ziegenbocks durchgeführt. Dabei wurden hochgradige Veränderungen des Hoden- und Nebenhodengewebes festgestellt, welche sehr auf eine Zeugungsunfähigkeit hindeuten.

Auch Trampeltier Asia wurde unter Narkose untersucht, da sie mit ihren 15 Jahren bisher keine Fohlen zur Welt brachte. Beide Eierstöcke zeigten Aktivität und auch die Gebärmutter war unauffällig, sodass es auch hier unwahrscheinlich ist, dass die Fohlen aufgrund einer krankhaften Ursache ausbleiben.

Quelle: PM Zoopark Erfurt