Reptilum Landau erhält seltene Fidschileguane

Fidschileguan – Foto: Reptilium Landau

Im Reptilium Landau könnte es bald äußerst seltenen Nachwuchs geben. Aus dem Tiergarten Schönbrunn in Wien kamen zwei weibliche Fidschileguane in  Pfalz, welche bald mit den beiden vorhandenen Männchen der stark gefährdeten Art verpaart werden sollen.

Seit 2007 konnten sich lediglich der Tiergarten Schönbrunn in Wien und der Zoo von San Diego damit brüsten den Fidschileguan, eine der gefährdetsten Leguanarten der Welt, nach gezüchtet zu haben. Doch im nächsten Jahr könnte sich, wenn alles klappt, auch das Reptilium Landau in diese elitäre Liste eintragen.
Die Vorsetzungen dafür wurden geschaffen: Nachdem man bereits zwei fortpflanzungsfähige, männliche Fidschileguane in seinen Terrarien hatte, wurden dem Reptilium aus dem Tiergarten Schönbrunn in Wien zwei adulte, weibliche Tiere zur Verfügung gestellt. Die beiden Tiere sind zwar offiziell nur ausgeliehen, werden aber wahrscheinlich in Landau ihr endgültiges Zuhause gefunden haben. Da in der österreichischen Hauptstadt auch das Zuchtbuch geführt wird, bleiben die Leguane in ihrem Besitz und auch die Nachkommen, sollten sich denn einstellen, gehören offiziell dem Wiener Zoo. Das heißt, dass man die Jungtiere bis zur Zeugungsfähigkeit in der Pfalz behalten könnte, ehe sie zur weiteren  Zucht an andere Zoos weltweit, koordiniert von Schönbrunn aus, vergeben würden.
Zunächst müssen die Neulinge allerdings eine Quarantänezeit überstehen in der ihr Gesundheitszustand überprüft wird. Dann werden sie zu ihrem männlichen Pendant in das Terrarium ziehen und nun bleibt abzuwarten ob sich die beiden verstehen. Im Reptilium geht man davon aus, dass es im nächsten Jahr normalerweise mit dem Nachwuchs funktionieren sollte, hofft aber mit leisem Optimismus, dass es vielleicht in diesem Jahr noch klappen könnte. Fidschileguane paaren sich allerdings nur einmal im Jahr.

Fidschileguane gehören zu den, laut der roten Liste der IUCN zu den „stark gefährdeten (Endangered)“ Arten. Die seltenen Reptilien kommen nur auf den Inseln Fidschi und Tonga im Pazifik vor. Um den Bestand vor illegalem Fang zu schützen, ist es Pflicht einen Pass für jedes neugeborene Tier anzulegen, in dem lückenlos die Herkunft nachgewiesen werden muss.
Ein interessantes Detail zu dieser Art ist, dass die nächsten Verwandten des Fidschileguans die im 8.000 Kilometer entfernten Südamerika lebenden Grünen Leguane sind. In wissenschaftlichen Kreisen herrscht Uneinigkeit über den Ursprung der Verwandtschaft. Einerseits plädiert man für die unfreiwillige Einwanderung (z.B. schwimmend auf Treibholz), anderseits stellt man den Urkontinent Gondwana (frühe Artentrennung, mit geringer evulotionärer Veränderung) dagegen.

M.Schmid/zoogast.de