Schimpansen-Nachwuchs im Zoo Basel

Schimpansenjungtier - Foto: Zoo Basel

Schimpansenjungtier – Foto: Zoo Basel

Schimpansen-Nachwuchs im Zoo Basel

Nach fünf Jahren ist im Zoo Basel wieder ein Schimpansenkind zur Welt gekommen. Lazima ist in der Nacht auf den 29. Juli geboren. Ihre Mutter Benga (34) ist eine sehr routinierte Mutter. Lazima ist bereits ihr sechstes Kind und Benga meistert ihre Mutterolle mit entsprechend viel Geschick und Fürsorge. Die neugierigen Mitschimpansen hält sie ruhig und freundlich, aber bestimmt auf Distanz. Ihre ältere Tochter Garissa (5) durfte das Neugeborene hingegen bereits am ersten Tag berühren. In der Natur sind Schimpansen leider stark bedroht. Ihr Lebensraum schwindet wegen Abholzung des Regenwaldes immer mehr.

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Seit der Geburt von Lazima befindet sich die Schimpansengruppe im Zoo Basel im Ausnahmezustand. Alle wollen die Kleine kennenlernen. Cousin Fahamu (6) kann seine Neugier fast nicht zügeln. Benga hat ihm bereits erlaubt, sie zu begutachten und sogar anfassen durfte er sie kurz. Manchmal wird es Benga aber zuviel und sie weist ihn freundlich aber bestimmt weg. Der vermutete Vater Kume (11) ist seit der Geburt besonders freundlich zu Benga. Interessiert sucht er ihre Nähe und auch er durfte das Neugeborene berühren. Wenn die anderen Gruppenmitglieder Benga zu sehr bedrängen, hilft er ihr dabei, die Plagegeister wegzuschicken.

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Kaum da, schon Vater

Schimpanse - Foto: Zoo Basel

Schimpanse – Foto: Zoo Basel

Kume lebt noch kein Jahr in der Gruppe. Zusammen mit Kitoko (21) und Fifi (21) kam er im September 2013 in den Zoo Basel. Kaum war Kume da, wurde der junge Mann gefordert, als kurz darauf die Weibchen brünstig wurden. Wie es scheint, hat er seine Rolle als neuer Zuchtmann ernst genommen. Der Vaterschaftstest ist zwar noch ausstehend, aber mit grösster Wahrscheinlichkeit ist Kume der Vater. Der ehemalige Zuchtmann und mittlerweile greise Eros (52) spielt aber immer noch eine wichtige soziale Rolle. Bei der Eingliederung der Neuen in die Gruppe war er derjenige, der die Neuankömmlinge in Schutz nahm und die Alteingesessenen verjagte, wenn sie zu aufdringlich wurden.

Lebensraum von Schimpansen schwindet

Schimpansen sind in der Natur bedroht, sie werden von der IUCN als „stark gefährdet“ eingestuft. Leider gibt es wenige verlässliche Zahlen. Eine Studie aus dem Jahr 2003 schätzte die Anzahl Schimpansen auf etwa 170‘ 000 bis 300‘000. Von der in Basel lebenden Unterart – dem Westlichen Schimpansen (Pan troglodytes verus) – wurden 2003 noch rund 20‘000 bis 55‘000 wildlebende Schimpansen geschätzt, die meisten davon in Guinea. Es wird davon ausgegangen, dass 1970 noch knapp doppelt so viele Tiere in Afrika lebten und dass der massive Rückgang auch in den nächsten Jahrzehnten weitergehen wird. Als Hauptbedrohung wird der Lebensraumverlust angegeben, zum einen durch Landwirtschaft und zum anderen durch massive Abholzung des Regenwaldes zur Holz- oder Öl- und Gas-Gewinnung.

Quelle: PM Zoo Basel