Schimpansennachwuchs im Zoo Osnabrück

Schimpansennachwuchs – Foto: Zoo Osnabrück

Erster Zoonachwuchs 2014 bei den Schimpansen
Weibchen Vanessa bringt fünftes Jungtier zur Welt

Große Freude im Schimpansenhaus des Osnabrücker Zoos: Schimpansenweibchen Vanessa brachte am Dreikönigstag ihr fünftes Jungtier zur Welt.

„Als wir das Jungtier nachmittags entdeckten, hatte Mutter Vanessa das Kleine bereits trocken geleckt. Wir schätzen, dass es um die Mittagszeit zur Welt kam“, berichtete Revierleiter Wolfgang Festl. Ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt, steht noch nicht sicher fest, deshalb hat es noch keinen Namen. „Wir kommen an das Jungtier nicht heran, vermuten aber, dass es ein männliches Tier ist. Mutter Vanessa hält es immer schützend und warm an ihrem Bauch. Wir lassen Mutter und Kind vollkommen in Ruhe“, so der langjährige Schimpansen-Tierpfleger. Für das 31-jährige Schimpansenweibchen ist es bereits das fünfte Jungtier – sie ist erfahren und sorgt sich rührend um ihren Nachwuchs. Die übrigen sechs Schimpansen, Männchen Tatu (25 Jahre), die Weibchen Lady (44 Jahre) und Vakanga (18 Jahre), sowie der Nachwuchs Tisa (11 Jahre), Panja (5 Jahre) und Lila (4 Jahre), reagieren sehr unterschiedlich auf den Familienzuwachs: „Während Lady als ältestes Weibchen für Ruhe und Ordnung sorgt, beobachten Tisa und Vakanga das Geschehen sehr aufmerksam aus nächster Nähe. Die jüngsten, Lila und Panja, wissen noch nicht so recht, was sie von der Situation halten sollen, und schauen lieber aus der Ferne zu. Und Vater Tatu hält sich aus allem heraus“, beschreibt Festl die derzeitige Situation in der Gruppe.

Im Zoo Osnabrück leben Westafrikanische Schimpansen, die durch die Zerstörung ihres Lebensraumes vom Aussterben bedroht sind. Intensiver Ackerbau aber auch die Jagd bedrohen die Menschenaffen. Zoodirektor Prof. Michael Böer freut sich deswegen besonders über diesen ersten Nachwuchs in 2014: „Der Nachwuchs ist einerseits für die Tiere selbst sehr wichtig. Die Aufzucht von Jungtieren gehört zu ihrem natürlichen Verhalten und ist für die Zootiere eine wichtige Erfahrung. Andererseits können wir mit der Nachzucht helfen, bedrohte Tierarten wie die Westafrikanischen Schimpansen vor dem Aussterben zu schützen.“ Zoos hülfen dabei auf zwei Wegen: Mit einer wissenschaftlich geleiteten Nachzucht sowie mit der finanziellen Unterstützung von Artenschutzprojekten vor Ort zur Erhaltung des Lebensraums und Aufklärung der Bevölkerung.

Besucher können den neuen Zoobewohner mit viel Glück beobachten: Da Mutter Vanessa ihn meistens dicht an ihrem Bauch hält, muss man schon genau hinschauen, um das schwarze Fellknäuel zu entdecken.

Wissenswertes zu Schimpansen

Schimpansen (Pan troglodytes) leben in Zentral- und Westafrika in Berg- und Trockenwäldern sowie in der Savanne. Sie haben eine Standhöhe von bis zu 140 Zentimetern und wiegen zwischen 30 und 90 Kilogramm. Sie sind Allesfresser und ernähren sich von Blättern, Knospen, Früchten und Fleisch. Schimpansen sind gute Kletterer. Mit Vorliebe laufen sie auf allen Vieren, wobei sie sich auf den Fingerknöcheln abstützen. Sie leben im Familienverband, in dem es sehr temperamentvoll zugeht. Die Freude am Spiel und an harmlosen Neckereien ist stark ausgeprägt. Als Hordenführer fühlt sich das Männchen für den Schutz der Seinen verantwortlich. Schimpansen eignen sich nicht nur sehr schnell einen großen Erfahrungsschatz an, sie sind auch ausgezeichnete Beobachter und Künstler in der Herstellung selbst gefertigter Werkzeuge. Der Westafrikanische Schimpanse ist eine der vier Unterarten der Schimpansen. Sie sind unmittelbar vom Aussterben bedroht aufgrund von Wilderei, Jagd, Regenwaldzerstörung und der landwirtschaftlichen Entwicklung. Von den Westafrikanischen Schimpansen gibt es nur noch 15.000 bis 20.000 Tiere in der Wildbahn.

Quelle: PM Zoo Osanbrück