Schock im Thüringer Zoopark Erfurt: Hyäne Charlie plötzlich verstorben – ein ganz besonderes Schicksal

Schock am frühen Montagmorgen letzter Woche: Die Tierpflegerin fand Tüpfelhyäne Charlie regungslos am Boden liegend vor. Während der sofort eingeleiteten Notfallbehandlung durch die Zootierärztin erlitt Charlie einen Herzkreislaufstillstand und verstarb. Der plötzliche Tod hat alle Zoomitarbeiter geschockt. Die todesursächliche Erkrankung – ein in der Nacht durchgebrochenes, chronisches Magengeschwür – verlief vorher völlig symptomlos.

Charlie war erst im Juli in den Zoopark gekommen. Als Jungtier skrupellos von Händlern an eine Privatperson verkauft und später beschlagnahmt, hatte er einen schlechten Start ins Leben. Die falsche Ernährung in der Privathaltung führte zu Knochenweiche. Die Vorderbeine waren deshalb krumm und die Zähne nicht richtig kalzifiziert. Die spanische Auffangstation, in die die beschlagnahmte Hyäne kam, bot keine guten Haltungsmöglichkeiten. Sozial isoliert, ohne Artgenossen, von Mauern umgeben: So sah Charlies 4×4 Meter großer Lebensraum für lange Zeit aus. Eine engagierte Tierschützerin war schließlich seine Rettung: Sie sorgte dafür, dass Charlies Schicksal bekannt wurde und bezahlte den Transport von Südspanien nach Erfurt. Hierher vermittelte der Europäische Zuchtbuchkoordinator den Hyänenmann, um in Erfurt eine Zucht zu begründen.

Im Zoopark konnte Charlie erstmals ein neues, hyänengerechtes Leben beginnen. Hier hatte er zum ersten Mal Gras unter den Pfoten, erlebte zum ersten Mal Kontakt zu Artgenossen. Schritt für Schritt lernte er Neues kennen: Besucher vor der Scheibe, verschiedene Geräusche und – ganz wichtig – die Kommunikation mit anderen Hyänen. Die Gewöhnung dauerte monatelang, denn durch seine frühere „Kasper-Hauser“-Isolierung fehlte es Charlie an allem, was ein normales Hyänenleben ausmacht. Aber er schaffte es! Er ging ins Badebecken schwimmen, spielte fangen mit seiner Partnerin Ebu und begann sogar, sich vor den Löwen imponierend aufzubauen. Stolz schleppte er Holzknüppel und Bälle als Beute umher.

Trotz allem war das Neue für ihn auch mit positivem wie negativem Stress verbunden. Was normalerweise ein gesunder Körper gut verträgt, hat bei ihm dazu geführt, dass das symptomlose Magengeschwür nicht abheilte und nun durchbrach, wie die pathologische Untersuchung ergab.

Quelle: PM Zoopark Erfurt