Schöne Giftspritzer – Spiegeleiquallen im Vivarium

Spiegeleiquallen – Foto: Zoo Basel

Drei Jahre haben die Vorbereitungen hinter den Kulissen gedauert. Nun sind die Spiegeleiquallen im Zoo Basel endlich auch für die Besucherinnen und Besucher zu bestaunen. Die im Vivarium gezüchteten Tiere schwimmen in einem eigens für sie hergestellten neuen Aquarium gleich am Anfang des Vivariumsrundgangs. Die selten in Aquarien gehaltenen Spiegeleiquallen leben im Mittelmeer und können sich teilweise von Sonnenlicht ernähren. Der Neubau des ovalen Kreiselbeckens dauerte mehrere Monate und bietet nun wunderschöne Anblicke der bunten Giftspritzer. Die Quallen werden in einer Kreiselströmung in Schwebe gehalten, damit sie im Aquarium nirgends liegen bleiben.

Lichtnahrung
Quallen leben von Plankton, meist sehr kleinen Meeresorganismen, das sie mit ihren Nesselzellen erbeuten. Manche Arten wie die „Würfelqualle“ oder die „Portugiesische Galeere“ können auch beim Menschen lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen. Spiegeleiquallen sind jedoch für den Menschen harmlos, da ihre Nesselzellen zu schwach sind, um durch die menschliche Haut zu dringen. Neben tierischen Leckerbissen ernähren sich Spiegeleiquallen auch von Sonnenlicht. Ihre pflanzlichen Untermieter, sogenannte Zooxanthellen, betreiben Photosynthese und überlassen die daraus entstehenden Kohlenhydrate der Qualle.

Unbeliebte Strandgäste
Besonders in den Sommermonaten machen Quallen Schlagzeilen: Oft treten sie in Massen an Badestränden auf und sorgen für schmerzvolle Ferienerinnerungen. Die mikroskopisch kleinen Nesselzellen funktionieren wie kleine Giftspritzen. Zu Tausenden sitzen die giftgefüllten Nesselzellen in den feinen Fangarmen der Qualle. Bei Berührung werden sie aktiv und jede schießt innert einer Dreissigtausendstel-Sekunde eine winzige Harpune ab, die sich mit Widerhaken im Opfer verankert. Durch einen feinen Schlauch wird das Gift in die entstandene Wunde gespritzt. Das harpunierte Opfer wird anschließend in die Mundöffnung der Qualle gezogen und in einem „Magen“ verdaut.

Quallen reisen durchs Meer
Oft wird mit dem Massenauftreten von Quallen fälschlicherweise eine schlechte Wasserqualität in Verbindung gebracht. Quallen brauchen rund fünf bis zwölf Monate, um geschlechtsreif zu werden. Sie werden in dieser Zeit von Meeresströmungen weit vom Ursprungsort verdriftet und landen bloß zufälligerweise an Küsten. Es sind Hochseetiere, die mit Hindernissen nicht zurechtkommen. Ein Badestrand ist für sie eine tödliche Falle.

Quelle: PM Zoo Basel