Seehundnachwuchs im Zoo Osnabrück

Foto: Zoo Osnabrück/Hanna Rickert

Foto: Zoo Osnabrück/Hanna Rickert

Große Augen und eine dicke Speckschicht: Seehundweibchen Biene brachte Freitagmorgen ihr drittes Jungtier zur Welt.

„Die Geburt ist gut verlaufen und das Junge weicht seiner Mutter nicht von der Seite“, berichtet Kirsten Bischoff, Leiterin des Vogelreviers, zu dem auch die Seehunde zählen. Die 16jährige Seehundmutter Biene hat die Geburt gut gemeistert – das Jungtier erblickte nach elf Monaten Tragzeit am Freitag zwischen fünf und sechs Uhr morgens das Licht der Welt. Mutter und Kind brauchen zurzeit Ruhe, daher ist seit der Geburt der Seehundbereich zum Teil abgesperrt. Die Tierpfleger können noch nicht sagen, welches Geschlecht das Junge hat. Sobald sie es ermittelt haben, bekommt das Jungtier einen Namen. Das Gewicht des Nachwuchses schätzt Bischoff auf etwa 15 Kilogramm – das ist beachtlich, da es fast ein Zehntel des Körpergewichts der Mutter ausmacht. Nach der Geburt werden Seehunde etwa drei Wochen lang gesäugt und verdoppeln in der kurzen Zeit ihr Gewicht. „Das überrascht nicht – schließlich besteht die Muttermilch der Seehunde zu 45 Prozent aus Fett“, erklärt die erfahrene Tierpflegerin. Damit hat Seehundmilch den zehnfachen Fettgehalt von Kuhmilch. Seehunde müssen innerhalb der ersten Lebenswochen schnell und viel zunehmen, denn wenn sie ab der vierten Lebenswoche auf Fisch umsteigen, nehmen sie zunächst wieder deutlich ab. „Fisch zu fressen ist gar nicht so leicht für junge Seehunde. Es dauert lange, bis sie es richtig gelernt haben“, so Bischoff. Daher ist die vorher angefressene Speckschicht notwendig. Nach den ersten drei bis vier Lebenswochen sind die Jungtiere selbständig.

Seehundbabys müssen innerhalb der ersten sechs Stunden nach der Geburt ins Wasser. „In der Wildbahn werden sie meist bei Ebbe auf Sandbänken geboren – wenn die Flut kommt, müssen die Seehundjungen dann auch schwimmen können“, weiß Bischoff. Auch das Junge im Osnabrücker Zoo war schnell gemeinsam mit der Mutter im Wasser.

Während die Freude über den Seehundnachwuchs groß ist, gibt es im „Tal der grauen Riesen“ einen Verlust zu beklagen. Am vergangenen Donnerstag gerieten auf der Außenanlage ein Nashorn und ein Chapman-Zebra aneinander – dabei wurde das Zebra verletzt. Das Tier wurde tierärztlich behandelt, verstarb jedoch am Freitag und wurde in die Pathologie der Tierärztlichen Hochschule in Hannover zur Untersuchung geschickt.

Quelle: PM Zoo Osnabrück