Seelöwennachwuchs in der Wilhelma

Foto: Wilhelma Stuttgart

Bei den derzeitigen Temperaturen könnte man neidisch auf die Seelöwen in der Wilhelma werden. Sie räkeln sich am Rand ihres Schwimmbeckens oder suchen Abkühlung im feinsten, stets 15 Grad kühlen Cannstatter Mineralwasser. Wenn zweimal am Tag ein Tierpfleger mit den Eimern voller Heringe und Makrelen vorbei kommt, muss allerdings etwas „gearbeitet“ werden. Doch die täglichen Schaufütterungen – um 11 und 15 Uhr – sind eine willkommene Abwechslung und nicht nur für die Besucher unterhaltsam. Nur Emma und Mara, der jüngste Nachwuchs bei den Seelöwen, schauen auch dann den Alttieren bei ihrem bunten Treiben gelassen zu. Denn sie bekommen ihre tägliche Milchration ohne große Anstrengungen von ihren Müttern Evi und Mercedes frei Haus.
Emma und Mara erblickten am 14. und 17. Juni 2013 das Licht der Welt und wurden, ganz wie es sich für Seelöwen gehört, in den ersten Tagen intensiv von ihren Müttern umsorgt. Mittlerweile sind sie relativ selbstständig und erkunden meistens zu zweit ihre Umgebung. Die Mütter kommen nur noch zum Säugen vorbei. Dies ist auch in den großen Seelöwenkolonien an den Stränden Kaliforniens zu beobachten. Während sich der Nachwuchs in Grüppchen zusammentut, begeben sich die Mütter auf die Jagd. Sie müssen viel Energie sammeln, um fettreiche Milch produzieren zu können, dank derer die Jungtiere gleich im ersten Monat ihr Geburtsgewicht von etwa sieben Kilogramm verdoppeln. Mit sechs bis acht Monaten werden sie von ihren Müttern entwöhnt und müssen sich dann selbstständig ernähren. In der Wilhelma gehen sie bei den Tierpflegern in „Lehre“ und lernen, wie man Hering und Makrele frisst.
Vater des jüngsten Seelöwennachwuchses ist der siebenjährige Unesco. Da kurz nach der Geburt der Jungtiere bei Seelöwen die Paarungszeit beginnt, zeigt er schon wieder großes Interesse für seine Weibchen. Auch die beiden Mütter werden nicht verschont. Bei der Paarung von Seelöwen kann es, aus menschlicher Sicht, sehr ruppig zugehen. Darum sind derzeit auch die Weibchen Lucy und Suzan von der Gruppe abgetrennt, um sich von den amourösen Annäherungen Unescos zu erholen.
Solange Emma und Mara nicht geschlechtsreif sind, interessiert sich Unesco nicht für sie. Mit ungefähr einem Jahr werden sie jedoch in einem anderen Zoo ein Zuhause finden müssen. Da Seelöwen in Haremsstrukturen – mit einem erwachsenen Bullen und mehreren Weibchen – leben, wird die Suche nach einem Platz für Emma und Mara erleichtert. Denn Weibchen sind in der Zoowelt meist gefragter.

Quelle: PM Wilhelma Stuttgart