Seerosen in Hochblüte in der Wilhelma

Seerosen - Foto: Wilhelma

Seerosen – Foto: Wilhelma

Seerosen in Hochblüte
Blühende Kostbarkeiten in der Wilhelma

Alljährlich in den Sommerferien zeigen sich die Seerosen und Lotosblumen in der Wilhelma von ihrer schönsten Seite. Dank des feuchtwarmen Wetters der letzten Wochen wachsen sie in diesem Jahr besonders üppig. Traditionell lassen sich im Seerosenteich, in der Mitte des Maurischen Gartens, wieder zahlreiche tropische Pflanzen bestaunen. Seit Kurzem zeigen die Wilhelma-Gärtner zusätzlich hinter dem Maurischen Landhaus, am Fuße der Subtropenterrassen, in zwei neu gestalteten Becken Seerosen, die kühleres Wasser bevorzugen. Unter den insgesamt 25 Arten und Sorten, die dort nun neu zu sehen sind, befindet sich auch eine echte Seltenheit: Die Kleine oder Glänzende Seerose aus Baden-Württemberg.

Foto: Wilhelma

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Glänzend sieht die Situation für die Glänzende Seerose in Baden-Württemberg wahrlich nicht aus. Nur noch an sehr wenigen Standorten, vor allem in klaren und vor allem kühlen Fischteichen, ist diese Seerose zu finden. Sie ist akut vom Aussterben bedroht und steht damit auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen Baden-Württembergs ganz weit oben. Deswegen wird die Glänzende Seerose auch im Rahmen des so genannten Artenschutzprogramms des Landes Baden-Württemberg (ASP) gezielt durch ein Artenschutzprojekt unterstützt. Seit 2006 trägt die Wilhelma für diese Art eine besondere Verantwortung: Einige Ableger von Glänzenden Seerosen kamen damals auf Veranlassung des Referats Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Stuttgart in die Obhut der Wilhelma-Gärtner. Seitdem wird die bedrohte Art hinter den Kulissen gehalten und vermehrt.

Durch die Neugestaltung der Becken hinter dem Maurischen Landhaus ist es nun möglich, die Glänzende Seerose auch den Wilhelma-Besuchern zu präsentieren. Sie ist zwar deutlich kleiner als die farbenfrohen Züchtungen, mit denen sie sich ein Becken teilt. Doch mit ihren strahlend weißen Blüten, die sich in den späten Morgenstunden öffnen, braucht sie sich nicht zu verstecken. Die Glänzende Seerose ist recht winterfest. Auch ein winterliches Trockenfallen erträgt sie, anders als andere Wasserpflanzen, sehr gut. Darum sind in Baden-Württemberg ihre Bestände dort am größten, wo Gewässer im Winter gezielt trocken gelegt werden.

Mehr Infos zur Wilhelma: ZOO- UND TIERPARKLISTE

Nutzpflanzen - Foto: Wilhelma

Foto: Wilhelma

Der Seerosenteich im Maurischen Garten ist auch weiterhin den tropischen Seerosen und Lotosblumen vorbehalten. Er wird von März bis Oktober auf 28 bis 30 Grad Celsius erwärmt. Während diese Temperaturen den heimischen Arten eindeutig zu warm sind, belohnen die 40 verschiedenen tropischen Arten und Sorten den Betrachter mit einem wahren Farbspektakel. Von Weiß über Gelb und Rot bis Blau ist die ganze Farbpallette vertreten. Damit die Seerosen sich möglichst lange von ihrer schönsten Seite präsentieren, steigen die Wilhelma-Gärtner drei Mal pro Woche ins Wasser und säubern die Pflanzen von Algen, abgestorbenen Blättern und verblühten Blüten. Ein aufwändiges Unterfangen, was aber von den schönen Pflanzen mit ihrer Blütenpracht entlohnt wird.

Quelle: PM Wilhelma