Seltene Waldhunde in der Wilhelma in Stuttgart geboren

Foto: Wilhelma

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Nur wenige Zoos in Europa zeigen sie, die Waldhunde. Die Wilhelma hält die südamerikanische Wildhundeart schon seit 1988, seit 2012 lebt hier ein neues, junges Zuchtpaar: Pero und Kesara. Jetzt, zwei Jahre nach ihrer Ankunft in Stuttgart, ziehen die beiden erstmals gemeinsam Nachwuchs auf – drei fidele Welpen, zwei Männchen und ein Weibchen.
Zwar wurden die drei Waldhunde-Welpen schon Mitte März geboren und Ende April erstmals in ihr Außengehege gelassen. Aber häufiger zu sehen sind die Kleinen von Pero und Kesara erst seit Kurzem – sofern die Besucher nicht nur Augen für ihre großen Nachbarn, die Tiger und Elefanten, haben und ein wenig Geduld mitbringen. Denn die tag- und dämmerungsaktiven Waldhunde, die mit ihrem gedrungenen Körper, rundlichen Kopf und Stummelschwanz eher an einen Marder oder Kleinbären erinnern, sind von Haus aus ein eher zurückgezogenes Leben gewohnt: Schließlich sind die Wälder, Baumsteppen und Uferböschungen des nördlichen Südamerika ihre ursprüngliche Heimat. Hier verbringen die Jungtiere die ersten Lebenswochen im Verborgenen eines Baus, einer Höhle, unter einem Baumstamm oder Felsen – in der Wilhelma in einer Wurfbox im Gehege-Inneren. Ungewöhnlich ist ihr Sozialverhalten: Bei Waldhunden sind im Gegensatz zu den meisten Hundeartigen die Rüden nämlich ausnehmend fürsorgliche Väter, ja sie helfen sogar bei der Geburt, beißen die Nabelschnur durch und säubern die Kleinen. In der Wildnis Südamerikas erledigen sie überdies den Job, der ihnen im Zoo von den Tierpflegern abgenommen wird: Sie versorgen Mutter und Nachwuchs wochenlang mit Nahrung. Diese besteht bei Waldhunden unter anderem aus kleinen Säuge- und Weichtieren, Vögeln, Eiern und Früchten. Aber auch Krabben und Fische stehen auf dem Speisezettel. Denn die stets in der Nähe von Seen und Flüssen lebenden Tiere sind auch zu Wasser hervorragende Jäger, wobei sich ihre Füße dank Schwimmhäuten rasch in kräftige Paddel verwandeln. Deshalb steht auch in ihrem Wilhelma-Domizil ein Wasserbecken bereit, in dem sie nach Futter tauchen und planschen können.
Waldhunderudel bestehen in der Regel aus einem Elternpaar und ihrem Nachwuchs. Dieser kommt nach rund zwei Monaten Tragzeit zur Welt – meist drei bis sechs Jungtiere pro Wurf, selten sogar zehn. Die Welpen sind im Gegensatz zu den Eltern, die bis auf Schwanz und Beine rotbraun gefärbt sind, noch komplett schwarz. Innerhalb des Rudels halten die Tiere durch Fiepen Kontakt, wenn sie sich gerade nicht sehen können – was im Dickicht ihres Lebensraums ja recht schnell passieren kann. In der Regel bleibt die Familie etwa 18 Monate zusammen, dann verlassen die Jungen den Verband und gründen eigene kleine Rudel. Das muntere Nachwuchs-Trio von Kesara und Pero wird also der Wilhelma und ihren Besuchern noch eine ganze Zeitlang erhalten bleiben.

Quelle: PM Wilhelma Stuttgart