Seltener Riesenseeadler schlüpft im Denver Zoo

Riesenseeadlerküken - Foto: Denver Zoo

Riesenseeadlerküken – Foto: Denver Zoo

Es ist eine Premiere für den Denver Zoo im US-Bundesstaat Colorado. Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist dort am 4.März ein Riesenseeadler geschlüpft. Das Küken ist noch namenlos und auch sein Geschlecht konnte noch nicht bestimmt werden.

Es kam in den Vereinigten Staaten noch nicht oft vor, dass ein Jungtier, bei diesen seltenen Vögeln geschlüpft ist. Das liegt allerdings auch daran, dass nicht viele US-Zoos diese empfindlichen Pfleglinge hält. Im Zoo Denver haben die Greifvögel eine große Freiflugvoliere und auch das Wetter in Colorado kommt den Tieren entgegen, die im Allgemeinen gemäßigteres Klima bevorzugen. Riesenseeadler kommen in den Küstenregionen des nordwestlichen Russlands und in dessen Grenzregion zu den koreanischen Staaten vor.

Es ist das erste Jungtier für Mutter Ursula und Vater Vlad. Ursula stammt aus dem Cincinnati Zoo und schlüpfte 2005. Vlad schlüpfte im Jahr 2007 im Vogelpark Avifauna in den Niederlanden und zog 2008 nach Übersee. Die Verpaarung der beiden Vögel kam auf Empfehlung der Vereinigung der Zoos und Aquarien (AZA) und dessen Species Survival Plan (SSP) zustande. Der SSP ist das nordamerikanische Gegenstück zum Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Glücklicherweise verstanden sich die beiden Vögel auf Anhieb miteinander.

Riesenseeadler sind die größte bekannte Adlerart mit einem Durchschnittsgewicht von zwischen sieben und neun Kilo. Sie haben große, leuchtend gelben Schnäbel, während ihr Gefieder überwiegend dunkelbraun oder schwarz, mit einzelnen weißen Flecken ist. Die Art wurde noch nicht ausgiebig erforscht, obwohl sie bereits 1741 von dem deutschen Naturforscher Georg Wilhelm Steller entdeckt wurde.

In freier Wildbahn schätzt man den Bestand nur noch auf etwa 4.600 bis 5.000 Tiere. Die Rote Liste der IUCN stuft die Art als „gefährdet“ ein. Die größte Gefahr für den Riesenseeadler ist die Zerstörung seines Lebensraums durch Umweltverschmutzung und Abholzung. Zudem fehlt es ihnen wegen der Überfischung der Meere zunehmend an Nahrung.

Riesenseeadler gibt es in Deutschland im Tierpark Berlin, im Zoo Heidelberg, im Tiergarten Nürnberg, im Wildgehege Hellenthal, im Vogelpark Marlow, im Weltvogelpark Walsrode, auf dem Jagdfalkenhof Schillingsfürst und in den Wildparks Bad Mergentheim und Potzberg zu sehen.

Quelle: PM Denver Zoo / zoogast.de