Siebenfacher Nachwuchs bei den Wildschweinen im Tierpark Goldau

Foto: Tierpark Goldau

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Schwein gehabt

Erst zwei Jahre alt sind die beiden weiblichen Wildschweine im schweizer Natur- und Tierpark Goldau, und schon haben sie das erste Mal geworfen. Die stärkere der beiden Bachen hat sich als Geburtsort ein selbstgebautes Nest im offenen Gelände der Wildschweinanlage ausgesucht. Sieben Junge erblicken das Licht der Welt an diesem Regentag.

Das Wetter ist für die kälteresistenten Tiere kein Problem. Die Frischlinge sind bereits bei Geburt durch ihr Fell geschützt. Aus Laub und Ästen hat die Mutter in den letzten Tagen vor der Geburt das Nest gebaut. Die sieben jungen Schweinchen sind gut versteckt im Wildschweinwochenbett und durch ihr gestreiftes Fell gut getarnt. Alles scheint gut gegangen zu sein, doch am nächsten Tag sieht es anders aus. Anstatt ihren Nachwuchs zu wärmen und zu säugen, läuft die Mutter unruhig herum und kümmert sich kaum um die Neugeborenen. Derweil liegt ihre Kollegin in ihrem Nest und kommt den ganzen Tag nicht unter dem Felsblock hervor; offensichtlich ist auch sie nun am Gebären. Die nächsten Tage bringen die unangenehme Gewissheit: Die erste Mutter war in ihrer neuen Rolle überfordert – ihre sieben Frischlinge sind in der ersten Nacht gestorben. Das kommt bei erstgebärenden Tieren auch in der Natur hin und wieder vor. Die zweite Mutter, eigentlich das körperlich schwächere Tier, kümmert sich hervorragend um ihren Nachwuchs. Das Nest unter einem Felsblock wird täglich zurechtgemacht, und schon nach wenigen Tagen führt die Mutter ihre Jungen in der Nähe spazieren. Am Anfang sind die Ausflüge nur kurz, aber mit jedem Tag traut sie den Kleinen etwas mehr zu. Grunzend hält sie ihren Kindergarten zusammen, quietschend rufen die Frischlinge der Mutter, wenn diese sie aus den Augen verlieren. Schon bald beginnen die Frischlinge auf ihren Ausflügen nach Fressbarem zu suchen. Sie wühlen im weichen Boden nach Würmern, Käfern und vor allem nach Engerlingen. Die heranwachsenden Schweinchen brauchen viel Eiweiß, und das ist in den Käferlarven reichlich vorhanden. Mit dem Vertilgen von Schädlingslarven oder Puppen des kieferfressenden Nachtfalters üben die Wildschweine für den Waldboden eine nützliche Funktion aus. In Studien wurde belegt, dass die Wildschweine durch das Auflockern und Umpflügen des Bodens eine Steigerung der Artenvielfalt in der Wald- und Wiesenflora bewirken. Im Natur- und Tierpark Goldau kann man das ganze Verhaltensrepertoir der Wildschweinfamilie mit den herumdüsenden Frischlingen bestens beobachten. Die Jungtiere sind nicht nur die Lieblinge der kleinen, sondern auch der erwachsenen Parkbesucher.

Quelle: PM Tierpark Goldau