Sitatunga geboren im Kölner Zoo

Foto: Kölner Zoo/Werner Scheurer

Foto: Kölner Zoo/Werner Scheurer

Am 7. Juni 2016 hat sich die Herde der Sitatunga-Antilopen um das Männchen „Togo“ vergrößert. „Togo“ ist das zweite Kalb der dreijährigen „Suri“, die im Dezember 2014 aus der Zoom-Erlebniswelt Gelsenkirchen nach Köln gekommen ist. Vater ist der sechsjährige Bock „Buddy“, der im Zoo Prag geboren wurde. „Togo“ ist bereits die 43. Nachzucht der Sitatungas im Kölner Zoo. 1983 begann der Zoo mit der Haltung dieser Art. Das letzte Kölner Sitatunga-Kalb wurde 2015 geboren.

Die Sitatunga, auch unter den Namen Wasserkudu, Sumpfbock oder Sumpfantilope bekannt, sind Paarhufer. Sie gehören zur Familie der Hornträger (Bovidae). Der Lebensraum dieser Antilopenart erstreckt sich entlang der Flüsse und Seen des westlichen, zentralen Afrikas. Die südlichsten Vertreter leben im Okavango-Delta des nördlichen Botswana. Die Weibchen sind leuchtend rot- bis kastanienbraun und tragen an der Seite und an den Flanken weiße Querstreifen und Sprenkel. Ausgewachsene Männchen sind zottelig grau- bis schokoladenbraun. Sie tragen ein Gehörn, das eine Länge von annähernd einem Meter erreichen kann. Mit 50 bis 100 kg Körpergewicht und einer Schulterhöhe von 80 bis 100 cm haben sie als Erwachsene eine recht imposante Erscheinung.

Sitatungas leben zumeist in Haremsgruppen mit mehreren Weibchen und einem Bock. Sitatungas werden mit weniger als einem Jahr geschlechtsreif. Weibchen können alle neun Monate ein Jungtier gebären. Die Tragzeit beträgt im Mittel 250 Tage. Beide Geschlechter haben besonders lange und weit spreizbare Hufe, die perfekt auf ihren sumpfigen Lebensraum abgestimmt sind, um ein Einsinken zu verhindern. Die Sitatungas verbringen ihr Leben in den Papyrusdickichten rund um Sümpfe, Seen und Flüsse. Sie sind gute Schwimmer und können sogar tauchen. Sie fressen Schilf und alle anderen Arten von Wasserpflanzen. Zu den Fressfeinden gehören Großkatzen, Krokodile und Riesenschlangen.

Momentan werden Sitatungas, die in vier Unterarten eingeteilt werden, zwar von der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) als nicht bedroht geführt. Doch nehmen die Populationen in freier Wildbahn wegen Bejagung und Lebensraumzerstörung stetig ab. Die Populationen in Togo und Niger sind wahrscheinlich bereits ausgerottet. Die in zoologischen Gärten Europas gehaltenen Tiere gehören alle der westlichen Unterart an. In einigen Teilen ihres Verbreitungsgebiets wurde diese bereits ausgerottet. Das Europäische Zuchtbuch (ESB) für diese Unterart wird im Kölner Zoo geführt. Darin sind derzeit etwa 600 Tiere in über 60 Zoos in Europa verzeichnet. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie man durch enge Kooperation zwischen den Zoos einen gesunden Bestand aufrechterhalten kann.

Quelle: PM Kölner Zoo