Sitnktiere ziehen in den Zoo Heidelberg

Skunk-Weibchen "Chanel" – Foto: Zoo Heidelberg

Zoo Heidelberg: Neue Tierart mit „duftigem“ Namen

Der Zoo Heidelberg beherbergt seit Kurzem eine neue Tierart: Am vergangenen Wochenende sind zwei junge Stinktiere an den Neckar gezogen und machen es sich in ihrem naturnah gestalteten neuen Gehege im Raubtierhaus so richtig gemütlich. Die von den Tierpflegern „Hugo“ und „Chanel“ getauften Stinktiere verbrachten gleich die erste Nacht gemeinsam in einer ihrer Schlafboxen.

Schon kurz nach dem Kennenlernen scheint es zwischen Hugo und Chanel, den beiden jungen Streifenskunks oder Streifenstinktieren, mächtig gefunkt zu haben. Wie die Pfleger des Raubtierreviers berichten, nutzte das frisch gebackene Pärchen gleich die erste Nacht in neuer Umgebung, um alles auffindbare Heu einzusammeln und eine der Schlafboxen komplett damit einzurichten. Als die Tierpfleger das Dach der Box vorsichtig öffneten, blickten sie auf einen riesigen, die gesamte Box ausfüllenden Heuberg, der sich ob der tief in ihm vergrabenen, schlafenden Skunks sanft auf- und ab bewegte.
Der sieben Monate alte Hugo ist bislang noch etwas schüchtern und kommt vom Zoo „Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen“; die kecke und zutrauliche Chanel, die schon am ersten Tag ihre Mahlzeit vor den Augen der Besucher einnahm, wurde im April im Tierpark Berlin geboren. Die beiden jungen Skunks haben nun Zeit, ihr von den Pflegern des Reviers artgerecht gestaltetes Gehege mit Sandboden, Kiefern, Wurzeln, verschiedenen Gräsern und fünf komfortablen Rückzugsboxen ausgiebig zu erkunden. Eine von Pfleger Dirk Eichmann fantasievoll gebaute Box ist für die Besucher sogar einsehbar und kann innen mit unterschiedlichen Farben beleuchtet werden.
Die Familie der Stinktiere umfasst vier Gattungen mit insgesamt zwölf Arten. Die Streifenskunks leben in Nord- und Mittelamerika. Die kleinen Raubtiere haben ein schönes, kontrastreiches Fell, die Grundfarbe ist schwarz oder dunkelbraun, Gesicht, Körper und Schwanz sind mit weißen Streifen versehen. Dank ihrer attraktiven Färbung und ihres hübschen Äußeren sind Stinktiere populäre Darsteller in Trickfilmen.
Ein charakteristisches Merkmal aller Vertreter der Skunks sind die ausgeprägten, paarigen Analdrüsen, die ein streng riechendes Sekret absondern, das sie bis zu sechs Meter weit verspritzen können. Dieses sehr spezielle Verteidigungsverhalten wenden die Tiere aber nur im Notfall an, denn die beiden Drüsen enthalten Sekret nur für etwa fünf bis sechs „Schüsse“. Danach dauert es zirka zehn Tage, bis sie wieder aufgefüllt sind. Deshalb greifen sie bei einer Bedrohung zunächst zu einschüchternden Drohgebärden. Dabei stampfen und trommeln sie mit ihren Pfoten, schütteln ihren Körper und fauchen mit nach rückwärts gewandtem Kopf den Feind an. Als letzte, geruchsfreie Warnung beugen sie den Schwanz nach vorne und präsentieren dem Angreifer ihr Hinterteil. Die Flecken-Skunks begeben sich dazu sogar in den Handstand. Zeigt sich der potentielle Angreifer selbst davon unbeeindruckt, versprühen sie ihr übelriechendes Sekret, wobei sie meist auf das Gesicht des Angreifers zielen. Die meisten derart attackierten Tiere sind klug genug und lernen aus einer Begegnung mit einem Skunk. Größere Säugetiere wie Kojoten und Pumas greifen sie daher selten an. Greifvögel lassen sich von dem Sekret weniger abschrecken, da ihr Geruchssinn nicht so stark ausgeprägt ist.

Quelle: PM Zoo Heidelberg