Spürhunde im Zoo Basel – Mit Haut und Haaren für den Artenschutz

Foto: Zoo Basel

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Der Zoo Basel liefert der Diensthundegruppe des Grenzwachtkorps regelmässig Geruchsträger von seinen Tieren (z.B. Haare oder Federn), damit die sogenannten CITES-Spürhunde für ihre Einsätze an der Grenze trainiert werden können. CITES-Spürhunde erschnüffeln Tiere und Pflanzen oder Bestandteile davon, welche in die Schweiz eingeführt werden und durch CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) geschützt sind. Im Zoo Basel haben eine Gruppe CITES-Spürhunde und ihre Trainer gezeigt, wie Ausbildung und Ernstfall vonstatten gehen.

Viele Tiere und Pflanzen aus aller Welt oder Produkte, die aus ihnen hergestellt werden, werden in grossen Mengen international gehandelt. Manche Arten werden dadurch in ihren Beständen bedroht – man denke etwa an Orchideen, Elfenbein oder Reptilienleder. Oft erfolgen die Entnahmen aus der Natur nicht kontrolliert und nicht nachhaltig.
CITES ist ein Abkommen zwischen mittlerweile 180 Staaten und regelt den internationalen Handel von Arten, die durch diesen Handel gefährdet sind oder gefährdet werden könnten. Diese Arten sollen nur in dem Mass gehandelt werden, wie dies ihre natürlichen Bestände erlauben. Ein nachhaltiger, geregelter Handel ist meist eine effizientere Schutzmassnahme als ein absolutes Handelsverbot. Als „Handel“ im Sinne von CITES gilt jeder Grenzübertritt.
CITES wurde bereits 1973 ins Leben gerufen, es ist allgemeiner bekannt unter dem Namen „Washingtoner Artenschutzabkommen“. Die Schweiz ist als einer der Erstunterzeichnenden dieses Vertrags ein sogenannter „Depositarstaat“ von CITES. Der Sitz des Sekretariats befindet sich in Genf. Mehr als 5‘000 Tier- und 29‘000 Pflanzenarten sind mittlerweile auf den CITES Anhängen gelistet. Deren Bestimmungen gelten nicht nur für die lebenden Tiere und Pflanzen, sondern auch für sämtliche Teile und Er-zeugnisse daraus. Die in CITES gelisteten Arten werden je nach Gefährdungsgrad in drei Schutzstufen, die sogenannten Anhänge I-III, eingeteilt.

An Flughäfen kommen die Hunde zum Einsatz
CITES schützt Tier- und Pflanzenarten nur dort, wo der interna-tionale Handel eine der Hauptgefahren darstellt. Kontrollen, Beschränkungen oder Verbote des Handels können in diesen Fällen Arten vom internationalen Handelsdruck befreien. Tier- und Pflanzenarten hingegen, welche nicht durch den internationalen Handel, sondern durch andere Faktoren – wie zum Beispiel feh-lende nationale Natur- und Artenschutzgesetze, Rodungen etc. – gefährdet sind, können auch durch das „Artenschutzübereinkommen“ nicht geschützt werden. In der Schweiz sind die häufigsten durch CITES regulierten Produkte Armbänder für Luxusuhren. Ausserdem bleiben bei Kontrollen am Zoll und auf Flughäfen viele Reisende „hängen“, weil sie bewusst oder unbewusst CITES-pflichtige Güter einführen wollen.

Geruchsträger machen Hunde aufmerksam

Um den internationalen Handel von CITES-geschützten Tieren, Pflanzen und Gütern verhindern zu helfen, hat der Zoo Basel in den vergangenen zwei Jahren die Diensthundegruppe des Grenzwachtkorps wiederholt mit diversen Geruchsträgern versorgt. Darunter waren z.B.: Federn und Gewölle von Uhu, Brillenkauz und Schneeeule, die Haut von Radnetzspinne, Vogelspinne und Amphibien und Tücher, die mit diversen Kleinaffen in intensivem Kontakt waren. Um für die Hunde möglichst reine Tiergerüche bereitzustellen, werden die Geruchsträger bei den Tieren mit Handschuhen entnommen und in verschlossenen Gläsern gelagert.

Der Hund sucht nach seinem Spielzeug
Die CITES-Hunde bekommen diese Gerüche dann im Training vorgesetzt, wobei dies immer in Kombination mit ihrem Spielzeug geschieht (ihr Spielzeug ist ein eingerolltes Tuch). Der Hund verbindet so den Geruch mit seinem Spielzeug und macht sich eifrig auf die Suche danach. Hat er den Geruch entdeckt, auf den er angesetzt wurde, lernt er, sich zum Zeichen hinzusetzen oder hinzulegen. Die Hundeführer zaubern in diesem Moment unbe-merkt das eingerollte Tuch hervor und tun so, als ob das Spielzeug exakt beim Geruch gelegen hätte. Der Hund freut sich, dass er sein Spielzeug wiedergefunden hat und bleibt stets motiviert, nach neuen Gerüchen zu suchen. Für die Arbeit als CITES-Hund braucht es Hunde mit einem ausgeprägten Spieltrieb. Bei der Grenzwache sind vier deutsche Schäferhunde im Einsatz und beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in Bern ein belgischer Schäferhund.

Es braucht den richtigen Riecher
CITES-Hunde durchlaufen zuerst eine zweijährige Ausbildung zum Schutzhund und lernen Verteidigung, Fluchtverhinderung, Personensuche und die Suche nach Gegenständen. Erst wenn sie dies als ca. zweijährige beherrschen, durchlaufen sie die 4-wöchige CITES-Ausbildung. Dabei wird jeder Hund auf 58 Gerüche geschult, darunter sind etwa Elfenbein, Biber-Fell, Leoparden-Fell, Alligatorenleder, Nashorn, Spitzkopfnatter oder Krustenechse.
Im Ernstfall werden die Hunde an Flughäfen und an Autobahn-Grenzübergängen eingesetzt. Zwei Hunde sind am Flughafen Zürich stationiert, zwei am Flughafen Genf und ein Hund beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in Bern. Bei einem Einsatz durchsuchen sie ankommendes Gepäck oder Personen und schlagen Alarm, wenn sie etwas Verdächtiges riechen. Sofern der Einreisende CITES-Papiere vorlegen kann, welche die Ware als legal deklarieren, besteht kein Problem. Fehlen diese Papiere jedoch, wird die Ware beschlagnahmt und an die CITES-Abteilung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in Bern weitergeleitet. Dieses trifft die nötigen Abklärungen oder leitet ein Strafverfahren ein.
Bei der Demonstration im Zoo Basel mussten die Hunde wie im Ernstfall diverse Koffer abschnüffeln. Es dauerte nicht lange, bis sie bei den verdächtigen Koffern Alarm schlugen.

Erfolgreiche Schnüffel-Bilanz
Die CITES-Hunde sind seit 2012 im Einsatz und das Team wurde 2013 von zwei auf fünf Hunde verstärkt. Die Bilanz ihrer Arbeit ist positiv. So haben sie zum Beispiel schon ein Wolfsfell erschnüffelt, illegale und äusserst kostbare Schäle aus Wolle der gefährdeten Tibet-Antilope gefunden und unzählige Accessoires aus Krokodilleder entdeckt. Dem Zoo Basel ist es ein zentrales Anliegen, dass der illegale Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten verhindert werden kann. Er steht dem Grenzwachtkorps auch in Zukunft zur Verfügung, wenn es darum geht, für die auszubildenden Hunde neue Tiergerüche abzugeben.

Quelle: PM Zoo Basel