Streifenhyäne ist neuer Botschafter im Zoo Schwerin

Foto: Zoo Schwerin/Sabrina Höft

Foto: Zoo Schwerin/Sabrina Höft

Endlich ist es soweit. Der Neuankömmling im Schweriner Zoo ist gerade frisch aus Magdeburg eingetroffen. Kontsita heißt die neue Bewohnerin und erkundet derzeit die ehemalige Löwenanlage. Es handelt sich um eine Streifenhyäne und sie ist etwas ganz besonderes für den Zoo Schwerin, aber auch für den gesamten Norden Deutschlands. Lediglich in drei weiteren Zoos der Republik wird diese – in ihrer Erscheinung sehr markante – Hyänenart gehalten. Das Streifenhyänenweibchen ist sieben Jahre alt und wurde in Tallin (Estland) geboren, lebte zwischenzeitlich aber in Magdeburg.

Streifenhyänen haben von den insgesamt drei Hyänenarten das größte Verbreitungsgebiet. Es streckt sich von Zentral- und Ostafrika Afrika bis zum indischen Subkontinent. Dennoch ist ihr Bestand in freier Wildbahn zunehmend bedroht. Derzeit ist sie als potentiell gefährdet auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten geführt. Der Trend deutet auf nichts Gutes. Anders als ihre bekannteren Verwandten die Tüpfelhyänen leben sie nicht in großen Gruppen, sondern tendenziell als Einzelgänger oder in Paaren. Daher finden sich in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet vorwiegend kleine, vereinzelte und voneinander isolierte Populationen. Das macht sie sehr anfällig für Veränderungen in ihrem Lebensraum, aber auch für direkte Bejagung durch den Menschen.

Schwarze Streifen auf weißem Fell geben der Hyäne ihren Namen. Gepaart mit der typischen Körperform und einer langen Mähne wirkt diese Art ungewohnt und zugleich faszinierend. Ihre Ernährung, die vorwiegend auf dem Fressen von Aas beruht, verleiht ihr – unbegründeter Weise – einen schlechten Ruf. Kontsita und ihr künftiger Artgenosse werden helfen, den Zoobesuchern die Lebens- und Verhaltensweisen von Streifenhyänen näher zu bringen und Begeisterung für die Art zu wecken.

Mit der Aufnahme von Streifenhyänen greift der Zoo Schwerin seinem nächsten Großprojekt bereits etwas voraus. Mit der Umsetzung des Neubaus von Löwenanlage und Modernisierung des Eingangsbereichs war diese Art bereits angedacht. Durch die freigewordene Löwenanlage bot sich jedoch die Gelegenheit bereits jetzt, mit der Haltung dieser faszinierenden Tierart zu beginnen. Die neue Art stellt zugleich den Auftakt einer generellen Umstellung des Tierbestands des Schweriner Zoos dar. Zukünftig stellt sich der Schweriner Zoo verstärkt der Aufgabe des Artenschutzes. Dabei stehen Tierarten im Vordergrund deren bedrohliche Situation im Freiland eine koordinierte Haltung und Zucht in Zoos notwendig machen. Eine essentielle Rolle spielen hierbei die Kooperation und der Austausch mit Partnerzoos in internationalen Zooverbänden.

Kontsita ist – wie es in der Natur von Hyänen liegt – noch sehr vorsichtig und misstrauisch. Gerade lebt sie sich hinter den Kulissen ein und lernte ihre Tierpflegerinnen kennen. Mit etwas Glück ist sie hin und wieder am Schaufenster zur Innenbox zu sehen. Bis sie die Außenanlage betritt, wird es noch etwas dauern.

Quelle: PM Zoo Schwerin