Süße Flamingoküken im Tierpark Bochum

Foto: Tierpark Bochum

Foto: Tierpark Bochum

Die 21 Rosaflamingos gehören zu den beliebtesten Tieren des Bochumer Tierparks und bieten den Besucher direkt beim Betreten des Parks einen farbenprächtigen Blickfang! Zurzeit herrscht große Aufregung in der Anlage der Wasservögel, denn es ist Brutzeit und der erste Nachwuchs piept bereits in seinem Nest!
Die Freude war groß als Tierpflegerin Sandra Krumscheid bei ihrem Kontrollgang vor Feierabend noch einen Blick auf die Bruthügel der grazilen Vögel warf und dort nicht nur die Eierschale, sondern ein kleines Küken sah, das sich aus ihr herauspellte. Zunächst lag das wenige Tage alte Küken wohl behütet unter dem warmen Gefieder der Elterntiere, sodass man nur in den kurzen Pausen des „Schichtwechsels“ der stolzen Eltern einen Blick auf den Nachwuchs erhaschen konnte. Mittlerweile ist es schon bei kürzeren Ausflügen rund um den kleinen Teich zu beobachten. In den nächsten Tagen erwarten die Tierparkmitarbeiter noch weiteren Zuwachs! „In diesem Jahr haben unsere Flamingos besonders intensiv durch die rosarote Brille geschaut!“, meint Sandra Krumscheid augenzwinkernd und fährt fort: „Insgesamt wurden sechs Eier gelegt, ob alle befruchtet sind, wird sich hoffentlich bald herausstellen!“ In einem kleinen Bereich der großen Außenanlage haben sie ihr Brutrevier errichtet, was typisch für Wasservögel ist. Denn durch das Brüten in Kolonien, können sie ihre Nester und den Nachwuchs besser verteidigen. Die schlammigen Erdhaufen, die die Tiere für die Eiablage errichtet haben, sind für die Besucher des Tierparks von der verglasten Abtrennung der Anlage gut zu beobachten.

Anders als Pinguine, die ihr Leben lang einem Partner treu bleiben, sind Flamingos seriell monogam, d.h. sie suchen sich jedes Jahr zur Fortpflanzungszeit einen neuen Partner. In der Regel legen die Weibchen nur ein Ei; die Brutzeit beträgt etwa einen Monat. Dabei wechseln sich Männchen und Weibchen mit dem Brüten ab. Sobald die Küken nach etwa zehn Tagen das Nest verlassen, lernen sie gemeinsam in Kleingruppen, sogenannten „Crèches“, laufen und schwimmen. Während dieser Zeit werden sie von den Eltern mit Kropfmilch gefüttert. Ähnlich wie bei Pinguinen wird diese Nährflüssigkeit in der Speiseröhre produziert. Zunächst haben die Jungvögel noch einen geraden Schnabel, der sich erst mit der Zeit zu dem typischen krummen Seihschnabel entwickelt. Mit diesem können Flamingos Pflanzenteile, Insekten und kleine Krebse aus dem Wasser filtern. Die in den Krebsen enthaltenen Farbstoffe, sogenannte Carotinoide, verleihen den graugefiederten Jungvögeln nach und nach die charakteristische rosa Farbe.

Die naturnah gestaltete Außenanlage der Rosaflamingos wurde 2012 im Zuge einer Reihe von Baumaßnahmen im Tierpark Bochum erneuert. Das Areal ist rund 320 m2 groß und bietet den Wasservögeln sowohl eine großzügige Gras- als auch Sandflächen. Der Teich ist 20 m lang, 6 m breit, fasst 100.000 Liter Wasser und wird von den 21 schwimmenden und tauchenden Flamingos mit Begeisterung in Beschlag genommen worden. Das Flamingohaus besitzt ebenfalls eine Teichanlage und ermöglicht den Besuchern durch große Panoramascheiben selbst an kalten Tagen einen ungehinderten Blick auf die tierischen Bewohner.

Quelle: PM Tierpark Bochum