Sumpfschildkröten aus dem Opel-Zoo werden in Hessen ausgewildert

Europäische Sumpfschildkröte - Foto: Archiv Opel-Zoo

Europäische Sumpfschildkröte – Foto: Archiv Opel-Zoo

Europäische Sumpfschildkröte – Artensterben vor der Haustüre
Nachwuchs aus dem Opel-Zoo für die Wiederansiedlung in Hessen

Die Erhaltung bedrohter Tierarten ist zu einer der Hauptaufgaben Zoologischer Gärten geworden.

Nicht nur so attraktive exotische Tierarten wie der Afrikanische Elefant oder die Rothschildgiraffe sind in ihrem Bestand bedroht. Auch zahlreiche, teilweise eher unbekannte heimische Tierarten werden im Opel-Zoo gehalten, deren Nachwuchs dann in Kooperation mit verschiedenen Naturschutzeinrichtungen ausgewildert wird. Neben Wildkatze, Nerz, verschiedenen Lurchen und Kriechtieren gehört insbesondere die Europäische Sumpfschildkröte zu den Arten, deren Bestand in Deutschland als vom Aussterben bedroht gilt. In einigen Bundesländern ist sie sogar bereits ausgestorben.

Die einzige Schildkrötenart nördlich der Alpen bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit viel Pflanzenwuchs und schlammigen Böden. Das massive Eingreifen des Menschen in diese Lebensräume stellt die größte Bedrohung für die Europäische Sumpfschildkröte dar: Sümpfe und Feuchtgebiete wurden trocken gelegt, Bachläufe korrigiert, die Landschaft zersiedelt und letztlich ihre Eiablageplätze zerstört. Eine besonders große Gefahr bedeutet der dichte Straßenverkehr für die Weibchen auf ihrem Weg zur oder von der Eiablage. Ihre Jungtiere haben zudem zahlreiche Fressfeinde wie Wildschwein, Dachs, Fuchs, Waschbär, sogar Hund und Katze sowie viele Vögel. Sobald sie im Wasser sind, sind sie eine gesuchte Beute von Hecht und Wels.

Seit dem Jahr 2013 kooperiert der Opel-Zoo mit der AG Sumpfschildkröte, die ein umfangreiches hessenweites Hilfsprogramm ins Leben gerufen hat, um die letzten Bestände in Hessen zu retten und darüber hinaus wieder überlebensfähige Bestände aufzubauen. Im Opel-Zoo wachsen die Jungtiere zwei bis drei Jahre heran, bis sie die richtige Größe erreicht haben, um in geeigneten Gewässern in der Natur wieder angesiedelt werden zu können. Und nun war es soweit: Einige Tiere wurden Ende Juni den Mitstreitern der Arbeitsgemeinschaft übergeben in der Hoffnung, dass sie es in ihrem neuen Lebensraum schaffen zu überleben und mit ihren eigenen Nachkommen dann dazu beitragen, das Überleben der Europäischen Sumpfschildkröte in Hessen zu sichern.

Im Kronberger Opel-Zoo warten weitere Jungtiere, in den nächsten Jahren denselben Weg in die Natur antreten zu können. Und für die Besucher ist es stets eine große Freude, die kleinen Schildkröten in der geschützten Voliere vor der Zooschule dabei zu beobachten, wie sie auf den Steinen und Bäumen in der Sonne sitzen, um sich von Zeit zu Zeit ins kühle Nass fallen zu lassen.

Um die genetische Vielfalt der Zootiere bedrohter Arten zu erhalten, arbeiten die Zoos europa- und sogar weltweit zusammen und haben Zuchtprogramme für die einzelnen Arten entwickelt. Ein Koordinator erfasst alle Tiere der betroffenen Art und organisiert
die Zucht. Ziel ist dabei, die Arten für künftige Generationen zu erhalten und möglichst wieder in der ursprünglichen Heimat anzusiedeln, sofern die Lebensräume es zulassen. Inzwischen werden etwa 200 Arten in solchen Zuchtprogrammen gepflegt und auch der Opel-Zoo beteiligt sich an 20 dieser so genannten ESBs (European studbook) und EEPs (European Endangered Species Program). Für den Hirscheber und den Mesopotamischen Damhirsch wird das Zuchtbuch in Kronberg geführt.

Mehr Infos zum Opel-Zoo: ZOO- UND TIERPARKLISTE

Quelle: Opel-Zoo