Süßer Affen-Nachwuchs im Münchener Tierpark Hellabrunn

Foto: Hellabrunn

Nach einer Tragzeit von etwa 180 Tagen hat nun auch Drill-Dame Afi (7 Jahre) zum ersten Mal Nachwuchs bekommen! Am 8. Mai ist der kleine Drill-Junge geboren. Mit cooler Punk-Frisur, hell rosa Gesicht und unwiderstehlichen Segelohren begeistert er die Hellabrunn-Besucher. Vor allem sein fünf Monate alter Halbbruder Nepomuk freut sich über einen Spielgefährten.

Der Blutspendedienst München übernimmt die Patenschaft für das noch namenlose Drillbaby. Andreas Faber, Betriebsleiter des Blutspendedienstes freut sich über die Patenschaft und ruft zum Namenswettbewerb auf. „Wir haben uns bewusst für eine vom Aussterben bedrohte Affenart entschieden, um auf die Notwendigkeit von Natur- und Artenschutz aufmerksam zu machen. Unsere Blutspender sterben zwar nicht aus, aber auch sie werden in den nächsten Jahren immer seltener. Immer mehr ältere Patienten stehen immer weniger Menschen im spendefähigen Alter gegenüber. Zwar kann sich jeder zweite junge Erwachsene vorstellen, Blut zu spenden. Bislang setzen aber nur 3 % der spendefähigen Bürger diese Bereitschaft in die Tat um.“

Namenssuche
Der Pate des Drill-Babys, der Blutspendedienst, sucht einen Namen für das Drill-Baby. Auf der Facebookseite des Blutspendendienst München wird noch bis zum 08. Juli 2013 ein Namenswettbewerb veranstaltet, bei dem es eine große Familien-Jahreskarte für den Tierpark Hellabrunn zu gewinnen gibt. Gesucht wird ein männlicher Vorname, der mit dem Anfangsbuchstaben „N“ beginnt.

„Drills gehören nicht nur zu den beeindruckendsten, sondern auch zu den am meisten bedrohten Affenarten der Welt. Gerade als Zuchtbuchführer freue ich mich umso mehr über die Zuchterfolge innerhalb eines Jahres bei der jungen Hellabrunner Drill-Gruppe“, so Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

Der Drill ist eine der am stärksten gefährdeten Affenarten Afrikas. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) hat ihn in die Rote Liste der weltweit bedrohtesten Arten aufgenommen. In seinem Lebensraum, einem Gebiet von lediglich 40.000 Quadratkilometern in Kamerun, Nigeria, Gabun und auf der Insel Bioko, wird der Bestand heute nur noch auf etwa 3.500 Tiere geschätzt. Damit ist der Lebensraum dieser Affenart kleiner als die Schweiz. Fortschreitende Abholzung und schonungslose Jagd auf diese Affenart sind die Hauptgründe für ihre starke Gefährdung.

In Europa leben weniger als 70 Drills in 16 Zoos. Hellabrunn führt das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) sowie das Internationale Zuchtbuch (ISB) für diese Affenart. Zudem ist Hellabrunn Mitglied im Verein „Rettet den Drill“, der das Projekt „Pandrillus“ in Nigeria unterstützt. Mit der Zucht der Drills und dem Engagement für frei lebende Drills leistet Hellabrunn einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Art.

Der aus dem Zoo Wuppertal stammende Vater des Babys Bakut (10) ist seit April 2011 in Hellabrunn daheim. Kaduna und Afi (aus dem britischen Port Lympne Wild Animal Park) leisten ihm seit Juli 2012 Gesellschaft.

Quelle: PM Tierpark Hellabrunn