Tapirnachwuchs im Tierpark Gettorf – erster gemeinsamer Nachwuchs von Rüdiger und Jule im neuen Heim

Tapirbaby – Foto: Tierpark Gettorf

Erst kommt das neue Heim und dann auch bald etwas süßes Kleines…diese Erfahrung teilen sicherlich nicht wenige junge Familien. Aber auch die Flachlandtapire im Tierpark Gettorf haben es in diesem Jahr genauso gehalten.
Nachdem im Frühjahr 2012 Tapirweibchen Manú an einer Herzschwäche gestorben war, musste der 16-jährige, frisch verwitwete Rüdiger glücklicherweise nicht lange warten, bis er wieder Gesellschaft bekam. Schon im Juli 2012 zog das zu diesem Zeitpunkt gerade 3-jährige Weibchen Jule aus dem Zoo Schwerin nach Gettorf um. Und beide zeigten sich gleich hoch erfreut über die neue Gesellschaft: Die Zusammengewöhnung der beiden Rüsselnasen verlief ausgesprochen schnell und komplikationslos.
Kaum hatten die beiden sich ein wenig aneinander gewöhnt, da startete im Tierpark Gettorf auch schon das bereits länger geplante Bauprogramm für die neue Wellness-Oase der Tapire: Über die Winter- und Frühjahrsmonate 2013 hinweg wurde ein Teil der Paradieshalle zu einem neuen Tapir-Innengehege umgebaut, das den Tieren für die Wintermonate nun endlich auch ein Badebecken im Innenbereich bieten sollte. Nach einigen Verzögerungen wurde das neue Innengehege im August 2013 fertig gestellt und Rüdiger und Jule durften das neue Heim in Augenschein nehmen. Innerhalb weniger Stunden erkundeten Sie ihre neue Bleibe und erklärten sie umgehend zu ihrem neuen Lieblingsplatz. Schon am ersten Tag konnte man sie bei einem Mittagsschläfchen in trauter Zweisamkeit im neuen Heim beobachten.
Bei den Pflegern wuchs mittlerweile der Verdacht, dass Rüdiger und Jule auch in anderer Hinsicht schon zueinander gefunden hatten: Jules tapirtypische, eher vollschlanke Figur lies zwar diesbezüglich keine sicheren Schlüsse zu, aber zu Anfang September nahm ihr Euter deutlich erkennbar an Umfang zu. Und tatsächlich, am Morgen des 13. September lag neben ihr im Heu ein kleines Tapirbaby – braun-weiß gestreift wie alle jungen Tapire und aufmerksam beschnüffelt von beiden Eltern. Zwar begegnen Tapirväter in der Natur ihren Kindern nicht, aber Rüdiger hatte schon in den letzten Jahren bei insgesamt fünf Nachkommen seine Vaterqualitäten unter Beweis stellen können: Stets begegnete er seinen Jungtieren mit neugieriger Gelassenheit und großer Nachsicht.
Aber auch Jule macht ihre Sache beim ersten Kind gleich von Anfang an genau richtig. Aufmerksam, aber nicht aufgeregt beobachtet sie die Umgebung, lässt das Kleine anstandslos trinken und achtet darauf, es mit ihrer Körpermasse nicht zu bedrängen. Und nun bleibt zu hoffen, dass der kleine gestreifte Sonnenschein (der aller Wahrscheinlichkeit nach ein kleines Mädchen ist) der jungen Familie im neuen Heim auch weiterhin viel Freude bereitet…

Quelle: PM Tierpark Gettorf