Tête-à-tête bei den Spitzmaulnashörnern im Erlebnis-Zoo Hannover

Foto: Erlebnis-Zoo Hannover

Nashornbulle Madiba hat sich eingelebt. Die anfangs schüchternen und kurzen Ausflüge auf die Außenanlage dauern mittlerweile Stunden und von Schüchternheit kann auch keine Rede mehr sein: Stolz flaniert der Nashornbulle aus Magdeburg durch die Anlage, markiert sein neues Revier und nutzt jede Gelegenheit, um die beiden Damen in Hannover zu beeindrucken.

Doch ganz so einfach geht das nicht, denn Spitzmaulnashörner sind eingefleischte Einzelgänger. Wenn sich eine Nashorndame beeindrucken lässt, dann nur während der Paarungszeit – und die hat es in sich: Beide geben sich mit den Hörnern kräftig eins auf die Nase, verfolgen und knuffen sich. Was aussieht wie ein Kampf ist der amouröse Auftakt zum Liebesspiel der Spitzmaulnashörner, das anschließend bis zu 40 Minuten dauern kann.

Der Zoo Hannover hofft sehr auf Nachwuchs bei den bedrohten Spitzmaulnashörnern. Trotz ihres ausdauernden Liebeslebens mit dem Nashorn-Bullen Kifaru, der derweil im Magdeburger Zoo lebt, blieben Saba und Sany seit 2001 kinderlos. Das soll sich mit Madiba nun ändern. Der 20jährige Bulle hat im Zoo Magdeburg bereits drei Nachkommen gezeugt – Baby No. 4 wird diesen Sommer erwartet. Perfekte Zeit also für eine Dienstreise nebst Männertausch!

Während der Bulle sich eingewöhnte, untersuchten die Zoologen die Hormonwerte der beiden Nashornkühe. Schnell stand fest: Sany ist bald soweit. Anhand der Daten konnte eine Hormonkurve gezeichnet werden, um den Zyklus von Sany zu ermitteln und die optimale Paarungszeit zu bestimmen. Zusätzlich wurde die Nashornkuh mit Hormonen behandelt. Das Ergebnis: in den kommenden Tagen sind Madiba und Sany keine Einzelgänger – hoffentlich. Wer in nächster Zeit am Sambesi also zwei Nashörner sieht, die sich kräftig eins auf die Nase geben, sollte sich keine Sorgen machen. Es ist ein Grund zur Freude – so macht man das als Nashorn eben…

Die beiden werden sich so lange ein Gehege teilen, bis sie offensichtlich kein Interesse mehr aneinander haben. Das kann mitunter recht schnell passieren, denn Spitzmaulnashörner kommen nur zur Paarungszeit zusammen. Sollte es zwischen den beiden gefunkt haben, wird in ungefähr 450 Tagen ein „Nas“ ohne Horn erwartet. Nashornbabys haben nämlich noch kein ausgebildetes Horn. Das wächst erst im Laufe der Zeit – eben wie ein Fingernagel.
Am Donnerstag kamen sich Madiba und Sany zum ersten Mal etwas näher. In typischer Nashornmanier wurde geschnaubt, gebrummt und geknufft. Am Freitag zeigte sich Madiba überraschend schüchtern. Er lugte nur kurz aus dem Stall, traute sich aber nicht, der temperamentvollen Sany zu nahe zu kommen. In den nächsten Tagen bleibt es spannend. Die Zoologen hoffen auf weitere Begegnungen am Wochenende.

Quelle: Erlebnis-Zoo Hannover